Freitag, 14. November 2014

Noch ein großes Kotzen

Gestern sah ich auf ORF1 die Two and a Half  Men-Episode mit Ashton Kutcher (Staffel 9, Ep. 17, Nicht in meinen Mund!), in der andauernd gekotzt wird, am Schluss sogar so exzessiv in seinem mit Leder und Mahagoni ausgestatteten Jet, dass sich Ashton einen neuen Flieger kaufen musste.
Diese Episode erinnerte mich daran, dass ich versprach, einen weitere Leseprobe aus dem Quantenf**k-Roman Kaffee mit Latte zu bringen. Hier ist sie:

Vorgeschichte:
Rom, 1968.
Andre ist zum ersten Mal verliebt. Er ist erst 19, er wohnt erst kurz bei seiner ersten Freundin Lucia, in Trastevere.
Da er aber nicht weiß, was Frauen wirklich wollen - vor Lucia ist er Jungfrau mit Tagträumen von schönem ersten Sex gewesen - ist der Mißerfolg quasi vorausprogrammiert.


...
Lucia!

Zuerst war alles neu, es war meine erste Beziehung, und ich war verliebt, nicht nur in sie, auch in ihre Dachwohnung in Trastevere mit dem herrlichen Ausblick auf den Petersdom, der aus dem rostbraunen Dächermeer wie eine helle Insel herausragte, vor der breiten Kulisse dunkelgrüner Baumwipfel der Villa Borghese in der Ferne. Anfangs konnte ich diesen Ausblick noch genießen, der mich stets aufs Neue an Michelangelos teils prachtvolle, teils düstere Schöpferzeiten erinnerte, während im krassen Gegensatz dazu von der Straße her der neuzeitliche italienische Lebensrhythmus hochdrang, eine Geräuschkulisse aus Musik, Hupen, Schreien und dem sporadischen Singen einiger verhinderter Opernsänger. Und der ständig blaue Himmel verlieh jedem Tag eine gewisse Urlaubsstimmung, in der meine Angst vor der Gewalttätigkeit des Lebens zu pausieren schien.

Doch inzwischen hatte sich alles verändert. Nicht nur Lucia, auch der Ausblick auf den Petersdom, alles wirkte plötzlich feindlich.

Seit vier Wochen gab's nämlich keine Statistenjobs mehr, seit vier Wochen waren wir täglich beisammen, klebten förmlich an einander. Langsam kamen unsere wahren Seiten zum Vorschein: Lucia wirkte täglich fordernder, sie erwartete einen wirklichen Mann, einen Macher, einen Mann mit Filmconnections, der sie förderte. Und ich? Ich wurde immer weicher, anhänglicher, ängstlicher. Und wenn sie mal mit anderen Männern sprach, wurde ich extrem eifersüchtig. Zudem schien ihr sexuelles Interesse an mir zu schwinden, während meines an ihr immer stärker wurde.

Doch wie groß unsere Gegensätze inzwischen wirklich waren, musste ich schmerzlich erfahren, als mir Lucia aus heiterem Himmel mitteilte, dass sie am kommenden Samstag alleine auf die Party eines Filmproduzenten gehen wollte. Meine Welt brach zusammen, Minderwertigkeitskomplexe und Existenzängste waren schlagartig Sieger über mich. Als sie sah, wie sehr sie mich getroffen hatte, änderte sie ihre Meinung. Aus Mitleid! Ich schämte mich in Grund und Boden. Unsere Distanz wurde noch größer, die ich nur kompensieren konnte, indem ich vom Samstag und dem Filmproduzenten träumte, und hoffte, endlich entdeckt zu werden.

Dann endlich war jener Samstag gekommen. Nach Tagen des Wartens und Hoffens und Träumens konnte ich meine Aufregung nur dadurch überwinden, dass ich öfters im Cafe vis-a-vis Wein trank. Ich wollte ganz cool sein, wenn ich dem Produzenten gegenüberstand. Am frühen Abend brachen wir dann endlich auf, wir fuhren nach Süden, Richtung Neapel. Nach einer Stunde, die von auffallendem Schweigen geprägt war, kamen wir auf eine Straße, die zur Küste führte. Hinter einer Biegung lag urplötzlich unter uns eine malerische Bucht, wie hingezaubert, so dass wir Halt machten und unsere Augen nicht mehr davon loslösen konnten: Ein tiefblaues Meer, in der Ferne der mächtige Vesuv, von der untergehenden Sonne malerisch in Orange bis Blutrot getaucht.

"Wir sind da, da unten ist seine Villa."

Wenig später waren wir am Ziel. Wir hielten vor einer weißen Prunkvilla inmitten von Palmen.

Die Party war schon im Gang, wir hörten Musik und das stete Auf und Ab von Stimmen, unterbrochen von hellem Lachen. Ich war entsetzlich aufgeregt, ein Gedanke quälte mich: Wie sollte ich dem großen Produzenten entgegentreten? Wir gingen hinein, es roch nach tollen Speisen und edlen Parfums. Viele braungebrannte Leute standen locker in Gruppen herum und unterhielten sich. Sie wirkten alle sehr selbstsicher und wohlhabend, sie waren die Reichen, zu denen ich gehören wollte. Ich tat so, als ob ich auch genug Geld hätte. Wir gingen zuerst zum Buffet, belegten unsere Teller und mischten uns dann unter die Leute. Lucia hatte da keine Probleme, jeder dritte, vierte kannte sie. Mir gefiel das überhaupt nicht, denn ich kannte niemanden. Oder fast niemanden. Denn als ich einige Schauspieler von meinen letzten beiden Filmen sah, da war es aus mit meiner falschen Selbstsicherheit, da schämte ich mich urplötzlich meiner Komparsentätigkeit.

Bald hatte ich Lucia aus den Augen verloren, ich ging abermals zum Buffet, mehr aus Verlegenheit denn aus Hunger, und nahm mir Krabbenfleisch und Reis mit Seefrüchten. Dazu trank ich köstlichen alten Barolo.

Der Wein riss mich aus den Minderwertigkeitsgefühlen, Körperlust und Ausgelassenheit kamen hoch. Auf der Suche nach dem Produzenten stellte ich mich öfters zu Gruppen dazu, wurde aber meist von den Gesprächen ausgeschlossen, indem man mich einfach ignorierte. Aber so erfuhr ich wenigstens, dass der Produzent noch nicht da war. Er war angeblich noch bei Besprechungen für seinen nächsten Film.

Ich begann die Leute zu beobachten. Und mir fiel auf, dass einige gar nicht so selbstsicher waren, und dass viele irgendetwas "hinhielten", entweder ihre Bräune, oder ihren Schmuck, oder ihr Gesicht, oder gleich ihren ganzen Körper.

Ich sah mich nach Lucia um, suchte sie in den diversen Etagen, die alle durch gewundene Marmorstufen miteinander verbunden waren. Denn richtige Türen gab's in diesem Haus fast keine, außer zu den Toiletten und Badezimmern. Immer wieder landete ich auf irgendeinem Balkon mit phantastischem Ausblick auf die pittoreske Bucht mit den vielen beleuchteten Villen und dem am Horizont dunkel thronenden Vesuv.

Und dann sah ich Lucia, sie sprach mit einem jungen Mann, er hatte schönes schwarzes Haar, ein markantes Gesicht mit leuchtenden Augen und vollen Lippen, er strahlte Erfolg aus. Die beiden lachten öfters. Ich fühlte mich plötzlich sehr klein und ausgeschlossen. Ich trank weiter Barolo, um darüber hinweg zu kommen.

Ich stellte mich zu einer lachenden Gruppe, allerdings bekam ich nicht mehr mit, worüber sie eben lachten. Der Erzähler war offenbar ein Schauspieler, der von seinen diversen Misserfolgen zu erzählen schien, was alle sehr amüsant fanden. Besonders ein hagerer weißhaariger Mittfünfziger explodierte öfters mit harter Lache, was wiederum ich lustig fand und darüber ausgiebigst lachte, worauf mich alle anblickten. Der Schauspieler erzählte eine andere Geschichte, die ich fast nicht verstand, wieder lachten alle, wieder lachte der Weißhaarige sehr trocken, wieder lachte ich über ihn, wieder blickten mich alle an. So ging das ein paar Mal, bis mich schließlich der Schauspieler fragte: "Und wer sind Sie?"

"Ich bin auch Schauspieler!" sagte ich.

"Dann verstehen Sie ja meine Probleme!" erwiderte er.

"Voll und ganz, denn ich hab noch viel größere!" Und schon wollte ich von meinen Problemen erzählen, doch der Weißhaarige fiel mir ins Wort und sagte: "Wir sind alle im gleichen Boot!" Ich konterte: "Das stimmt nicht ganz: Sie sind alle im gleichen Boot, aber ich schwimme!"

Wieder platzte der Weißhaarige vor Lachen, in das auch die anderen einstimmten. Jetzt amüsierten sich wirklich alle über meinen Wortwitz.

Ich ging zum Buffet und freute mich über den tollen Abgang, irgendwie fühlte ich mich jetzt akzeptiert. Ich sah mich wieder nach Lucia um, konnte sie aber nirgends entdecken. Dafür stach mir eine dreißigjährige attraktive Frau ins Auge, die mich anlächelte. Ich war inzwischen schon ziemlich über den Dingen, ich ging auf sie zu, stark und männlich, jetzt konnte ich Lucia eins auswischen! Wenn sie flirtete, dann konnte ich das auch.

Die Frau saß auf einer Lederbank, ich setzte mich unaufgefordert neben sie, sie lächelte mich an, ich lächelte zurück, sie reichte mir ein halbvolles Cognacglas, ich fühlte mich sehr geehrt und nahm es an, ihr Bein berührte meines, ich zuckte kurz zurück, sie erhöhte den Druck und sagte: "So treffen wir uns wieder!"

Ich wusste nicht, wie dies gemeint war, ob's eine Verwechslung war, eine neuartige Anmache oder nur der Alkohol.

"So treffen wir uns also wieder!" sagte auch ich, was hätte ich denn sonst sagen sollen? Die Frau lachte. Ich spürte ihre offene Weiblichkeit. Ich sah die Falten um ihren Mund, fand ihr Gesicht sehr sympathisch und fragte mich, wie sie wohl im Bett war. Ganz leicht legte ich meine Hand auf ihren Schenkel. Dass es bei dieser Frau so locker ging, erstaunte und verwirrte mich zugleich. Wo war der Haken?

"He, du willst doch nicht etwa meine Frau anmachen?" sagte jemand hinter mir. Das also war der Haken. Ich erschrak, und mich umdrehend, hielt ich meine Hände schützend vors Gesicht, um Schläge abzuwehren. Der hagere Weißhaarige von vorhin stand vor mir. Ein paar Leute lachten.

"Hat er dich belästigt?" fragte er die Frau. Er blickte streng. Ich hatte nicht nur Angst vor Schlägen, ich empfand auch eine tiefe Scham, weil viele Gäste mich anstarrten und meine unmännliche Angst sehen konnten.

Ich musste ziemlich dumm geschaut haben, denn der Weißhaarige lachte wieder sein kurzes trockenes Lachen, in das auch die Frau einstimmte. Diesmal konnte ich nicht lachen, denn mir wurde plötzlich klar, dass die beiden nur ein Spiel mit mir gespielt hatten. Ihr Lachen traf mich tief, das schallende Gelächter der anderen gab mir den Rest. Ich stand auf und ging auf unsicheren Beinen auf den Balkon. Am liebsten hätte ich die Party verlassen. Ich wollte nichts mehr mit den Menschen hinter mir zu tun haben. Ich merkte erst jetzt, dass ich das Cognacglas immer noch in der Hand hielt. Ich leerte es, lehnte mich auf die Brüstung und versuchte, das letzte Geschehnis zu verarbeiten. Was war da überhaupt geschehen?

Plötzlich spürte ich im Magen ein unangenehmes Druckgefühl. Ich dachte mir, bleib ganz ruhig, es vergeht wieder! Es verging aber nicht, in Wellen kam es, immer stärker wurde es. Mit einem Mal fiel mir auf, dass mir total schlecht war. Langsam richtete ich mich auf und sah mich automatisch nach einer Kotzgelegenheit um, aber überall nur weißer Marmor oder teure Teppiche, wo war doch gleich die nächste Toilette? Ein neuerlicher Druck in meinem Magen ließ meinen Blick fieberhaft umherirren: Ich suchte Eimer, Papierkörbe oder Toilettentüren, aber ich sah nur Obstschalen, Snackteller und Handtaschen. Es war fast nicht mehr auszuhalten. Gab es denn nirgends Abfalleimer? Langsam ging ich durch den menschenüberfüllten Raum, ganz langsam, um ja nicht den Magen durch eine Erschütterung zu überreizen. Aber dann war es schon zu spät: Mein Magen explodierte, eine dicke rote Fontäne schoss aus meinem Mund, mitten unter die Leute. Es war unglaublich befreiend. Immer wieder explodierte ich. Bruchstückhaft sah ich Leute vor mir flüchten, sah ich meine rote Kotze auf dem weißen Marmorboden, mit dem hellen Reis dazwischen. Sah ich erschrockene Gesichter, die auf ihre angekotzten Anzüge oder Kleider hinunterblickten. Sah ich fassungslose Blicke. Hörte ich die ersten Schimpfkanonaden. Dann wachte ich neben der Klomuschel auf, ich hing halb an ihr, halb in ihr, der Rest meines Körpers lag irgendwie seitlich von mir weggestreckt. Ich starrte in die rote Kotze in der Klomuschel und wusste nicht mehr genau, was ich hier suchte. Dann stand der Weißhaarige neben mir, in der Hand ein Glas sprudelndes Selters.

"Ist der Produzent schon hier?" wollte ich laut und lallend wissen. Deswegen war ich ja hier, erinnerte ich mich.

...

Fortsetzung in Kaffee mit Latte - Der Quantenf**k-Roman


Dienstag, 11. November 2014

The Players and the Payers - Wofür unsere Stars kämpfen

Nachdem mich das Bloggen schon länger ziemlich langweilt, hab ich mich hingesetzt, lange darüber nachgedacht, woran das liegen könnte, sehr lange, also so lange auch wieder nicht, lang halt, und bin jetzt zur großartigen Erkenntnis gekommen, dass ich mir die BILD fehlte. Also BILDe ich mich wieder täglich weiter, beim Katzenklosäubern. Und während ich die geklumpte Katzenstreu in die großen BILD-Blätter einhülle, springt mich der Titel einer älteren BILD an: Transe von Kay One schnappt sich Profi-Kicker. Dazu ein halbnacktes, vollbusiges Mädchen, geil sieht sie aus. Als mir klar wird, dass das ein Mann ist, wird mir kurz übel - ich bin nicht homophob, mein Magen schon. OK, daneben die Fotos von einem Profi-Kicker, den ich nicht kenne und Kay One. Wer ist Kay One, stelle ich mir die im Augenblick lebenswichtige Frage. Gibt's denn einen Kay Two too? Da zuviel Text neben und unter den BILDern ist, widme ich mich den nächsten BILDern: Schweiger, Berben und Schweighöfer. Darüber der Titel: Brief an Merkel Aufstand der Schauspielstars. Sie (60 Schauspielstars, Filmproduzenten und Regisseure) fordern von der Kanzlerin, dass das Budget des Deutschen Filmförderungsfonds nicht gekürzt werden soll (von 60 Mill. auf 50 Mill. Euro). Denn angeblich wären viele internationale Koproduktionen ohne deutsche Filmförderung nicht gedreht worden. Dazu gehören auch Tarrantino's Inglorious Basterds, Tom Cruise' Action-Vehikel Walküre und andere US-Produktionen. Deutsche Filmförderung? Für US-Filmproduktionen? Ja, sind denn die USA ein Teil von Großdeutschland? Nachdem ich mich aus der durch diese Paradoxie resultierenden kognitiven Dissonanz einigermaßen befreit habe, stelle ich fest, dass mir Zeit fehlt: Mein Kaffee mit Latte ist kalt, offensichtlich war ich in ein Wurmloch gefallen. Jetzt bin ich wieder hell und bei Sinnen. Wo war ich stehen geblieben? Richtig. Deutsche Filmförderung. 2012 waren es 350 Mill. von Bund und Ländern (Focus), 60 Millionen von der FFA. Gleichzeitig sank das Interesse des deutschen Filmpublikums an deutschen Filmen, von 2011 auf 2012 um 14 Prozent. Der Grund ist meiner Meinung nach nur in den schlechten und langweiligen Drehbüchern zu suchen. Ach ja, und nur etwa 5% der Förderung wurde zurückgezahlt.

60 Multi-Millionäre (darunter Iris Berben, Schweiger, Schweighöfer, Roland Emmerich, Ferres, Hirschbiegel, Waltz, Wenders) die im Rampenlicht stehen und dadurch eine Stimme haben, die tatsächlich gehört wird, protestieren also dafür, dass diese Filmförderung nicht gekürzt wird. Es gibt ja sonst keine wichtigen Themen, für die man sich bei der Kanzlerin einsetzen könnte.

Was könnte der wahre Grund für diesen Protestbrief sein? Der erste Gedanke, der mir durch den Kopf schießt: die eigenen Pfründen sichern. Mal sehen: die meisten Fördermittel bekamen Til Schweigers "Barefoot"-Filmproduktion, Constantin Film (Geschäftsführer Oliver Berben), Babelsberg Film (koproduzierte Emmerichs Superflop Anonymous, ferner das Cruise' Action-Vehikel Walküre, das trotz mehr als einjähriger Dauerwerbung kein Erfolg wurde), UFA Cinema, Mr. Brown Entertainment (produzierte Schweighöfers Friendship), Tele München, Senator Film, Bavaria Pictures, Claussen+Wöbke+Putz Filmproduktion, Rat Pack Filmproduktion, X Filme Creative Pool, ferner Koproduktionen mit US-Filmproduktionen, wie Columbia, Warner Bros. Entertainment, Universal Pictures etc.
Schweighöfer und Thomas Kretschmann, ein weiterer Kämpfer für die FFA-Förderung, spielten beide in Walküre mit. Ob die Förderungsmittel von 5 Mill. Euro von Cruise' United Artists je zurückgezahlt wurden, ist nicht bekannt. Bekannt ist jedoch in Insiderkreisen, dass Cruise mindestens 5 Mill. Dollar in die Scientology-Kriegskasse gezahlt hat. Diese Info war mal öffentlich im Internet zugänglich, aber seit Cruise erkannt hat, dass Scientology seinem Image schadet und seine Einkünfte schmälert, wurde sie entfernt. Aus dieser prall gefüllten Kriegskasse (geschätzte 2 Milliarden Dollar) werden alle Prozesse und Aktionen gegen Scientology-Kritiker finanziert. Die FFA, Schweighöfer, Kretschmann und andere deutsche Schauspieler, wie z.B. Christian Berkel, haben damit indirekt eine militärisch geführte Organisation unterstützt, die mit Überwältigungstechniken schwarze Pädagogik verkauft, und so nebenbei auch noch Daten über das Innerste eines Menschen sammelt, auf die Nachrichtendienste Zugriff haben.

Interesting, isn't it?



Doch zurück zum ursprünglichen Thema: Filmförderung in Deutschland. Mein Vorschlag: Nicht die Kinobetreiber sollten zur Kasse gebeten werden, vielmehr sollten obige Filmproduktionen, Filmemacher und Filmstars selbst in den Förderfonds zahlen; dann sollten alle Entscheidungsträger der FFA sofort gefeuert werden und durch fähige, fachkundige Leute ersetzt werden, die vom Drehbuchschreiben und dramatischen Code eine Ahnung und gleichzeitig einen Riecher für gute und potenziell international erfolgreiche Filme haben. Ich weiß, das waren sehr viele "sollten" hintereinander, aber diese "sollten"-Redundanz sollte die Dringlichkeit aufzeigen, mit der der (nicht vorhandene) deutsche Film möglichst schnell und radikal erneuert werden sollte; seine in alten kognitiven Mustern erstarrten und ruhmsüchtigen und geldgierigen "Stars" und Produzenten, die sich bei lächerlichen "Bambi"-Verleihungen selbst auszeichnen, sollten boykottiert und ignoriert werden, damit sie wieder sehen, wie der normale Mensch lebt, der sehr wohl neben Fastfood auch gute Filmkost (keine "Kunstfilme", sondern gekonnt gemachte Filme im Stile von Ziemlich beste Freunde) schätzt und liebt. Diese Dynosaurier sollten schnell durch neue Schauspieler ersetzt werden, die es mit dem nötigen Charisma vielleicht schaffen, nicht nur den Olymp zu erklimmen, sondern auch ihre menschlichen Wurzeln nicht zu vergessen.

Ich denke, dass nach dem Ausmisten der Augias-Ställe in der deutschen Filmlandschaft und mit einer klaren Filmvision nach einiger Zeit der Regenerierung der deutsche Film wieder eine Identität erhält, wie damals, in den Zwanziger- und Dreißigerjahre des vorigen Jahrhunderts.



So, wollte zwar mehr darüber bloggen, aber für's Erste reicht's mir. Ist mir zu langweilig, dieses Thema...
Nein, es nicht dieses Thema, es ist die Beschäftigung mit diesen langweiligen Menschen, die von der Masse angehimmelt werden.


Stelle fest, dass mich auch das Wurmlocherlebnis ziemlich geschafft hat.  Das wurmt mich. Muss mir deshalb ein paar gute Filme und Serien reinziehen: Nachdem ich durch Breaking Bad, Homeland, Orphan Black, The Americans etc. relativ verwöhnt bin, entscheide ich mich für Ziemlich beste Freunde und nachher die ausgezeichnete deutsche TV-Serie Im Angesicht des Verbrechens von Dominik Graf.



Was mich jedoch im Augenblick tatsächlich interessiert, und worüber ich demnächst bloggen will, ist die Tatsache, dass fast alle Menschen sich freiwillig "smartphonisieren" lassen; Apps-süchtig verwenden sie Apps, die sie völlig gläsern machen, mit einem daraus resultierenden Datenschatten jenseits aller Vorstellungskraft.

Wie konnte konnte es nur dazu kommen? fragte ich mich gestern in der U-Bahn, in der alle Fahrgäste auf ihr Smartphone starrten, wirklich alle (außer mir). Selbst im Gehen starrten einige noch aufs Smartphone. Seelenlose Menschen, kam mir in den Sinn; Menschen, die inhaltslos und fremdbestimmt sind, bar jeglicher intrinsischer Motivation. Other oriented people, die sich kognitiv prägen und freiwillig kontrollieren lassen.

Arme Menschheit.
Was kann man dagegen tun? Aufklären? Der Kanzlerin schreiben? Dass sie sich dafür einsetzen soll, dass die Deutschen ihre Apps-Sucht in den Griff kriegen, damit Deutschland in nächster Zukunft eine Vorreiterstellung in Sachen aufgeklärter und bewusst lebender Bürger übernimmt. Aber halt! Ist sie nicht selber ein Smartphone-Junkie? Und überhaupt der ganze Bundestag? Wenn man so Einblicke erhascht, hört eigentlich keiner der Abgeordneten den Rednern zu, jeder ist mit seinem Smartphone beschäftigt, der eine spielt Schach, ein anderer surft herum, wobei er unbeabsichtigt halbnackte Frauen anklickt und sich reinzieht. Und die Kanzlerin? Ich glaube, die simst.
Mir wird schon noch was einfallen. Und wenn nicht, fuck it (ist ne buddhistische Meditation - seriously, look it up).

Donnerstag, 30. Oktober 2014

As One Life Ends As Murnau, Another One Begins, But Not Necessarily in Linear Fashion

Auszug aus Kaffee mit Latte - Der Quantenf**k-Roman

Vorgeschichte:
Tabu, der Filmdreh auf Bora-Bora; gedreht wurde trotz Warnungen einheimischer Priester an heiligen Stätten; der Film scheint verflucht zu sein: ein Mann kommt um, die Kamera versinkt im Meer, das Geld wird knapp usw.; zuerst wird der fertige Film von niemandem gemocht, bis schließlich die Paramount ihn kauft und Murnau einen lukrativen Zehnjahresvertrag anbietet. Murnau bereitet sein nächstes Projekt vor, die Verfilmung des Perutz-Romanes Von neun bis neun. Jetzt ist er auf dem Weg zu einem amerikanischen Autor, der das Drehbuch schreiben soll. Murnaus beste Freundin Salka hat ihn empfohlen. Sie machten eben Halt an einer Tankstelle. Sie, das sind Murnau, sein minderjähriger Geliebter Garcia, ferner Freeland, der Chauffeur des Packard, dann noch ein Tonmensch und Pal, Murnaus Schäferhund. Murnau hatte in der Nacht davor einen Albtraum gehabt, dessen negative Gefühle noch nachhängen...

...
Die Sonne sticht herunter, der Benzingeruch benebelt meine Sinne, seit meiner Notlandung mit einem Flugzeug im letzten Krieg benebelt Benzin immer meine Sinne, lähmt mein Bewusstsein, macht es eigentümlich matt und schwindlig.

Garcia setzt sich vorne ans Steuer. Ich liebe seine Bewegungen, es sind die Bewegungen einer Katze.

"Mr. Murnau, lassen Sie mich jetzt fahren!" reißt mich Garcia aus meiner Reverie.

Warum nicht? Wo er mich doch sowieso in Deutschland als Valet und Chauffeur begleiten soll.

Deutschland, heim zur Mutter, oh wie sehr ich mich auf sie freue. Auf ihre Art, mich zu verstehen, ihre bestimmten Blicke der Zustimmung und der Liebe, ihr Gesicht, das, tief eingebrannt in mir, ich wie eine Ergänzung brauche. Meine Mutter, über ein Jahr hab ich sie nicht gesehen. In ein paar Wochen werde ich sie wieder sehen.

Eine Hellseherin hat mir in der Zeit meiner größten finanziellen Probleme prophezeit, dass ich am 5. April in Deutschland ankommen werde, allerdings auf eine andere Art, als ich es mir vorstellen sollte. Salka hat mir geraten, diesem Urteil nicht allzu viel Wert beizumessen. Tu ich für gewöhnlich auch nicht. Doch nach den unheimlichen Vorfällen im letzten Jahr bin ich etwas abergläubisch geworden.

Mr. Freeland lässt jetzt die Reifen überprüfen.

Der Tonmann hat irgendwelche Ideen zu Trompeten und Hörnern, aber ich hör ihm nur halb zu, in meinem Kopf steht die Musik längst fest, zum Teil ist sie sogar schon aufgenommen.

Ah, jetzt hat Mr. Freeland bemerkt, dass Garcia am Steuer sitzt. Ich merke, wie es ihn stört. Bin neugierig, wie er diese Situation meistern wird. Ich gebe zu, ich genieße seine Betretenheit. Als Mr. Freeland nach den Bezahlungsformalitäten zurückkommt, stelle ich mich schlafend. Ich hör ihn Garcia fragen: "Willst du etwa fahren?"

"Ja", sagt der Junge, "der Alte hat's erlaubt."

Der Alte? Na ja, wenn er nur nicht immer so von mir denkt. Aber eigentlich hat er recht. Wenn ich mich im Spiegel sehe, dann sehe ich nicht einen Zweiundvierzigjährigen auf dem Gipfel seiner Karriere, sondern einen älteren Mann, der Mund zu klein, die Augen zu sanft, das Gesicht zu weich, der Körper schlaff, ausgehöhlt von den Gezeiten der Schuldgefühle, der Heimlichkeiten und der übertretenen Tabus.

Wenn ich in den Spiegel blicke, dann erkenne ich einen dekadenten Mann, bürgerlich, verwöhnt und weit entfernt, für den Mann von der Straße zu schreiben. Genau genommen weiß ich gar nicht, wer der Mann von der Straße ist. Um ehrlich zu sein, im Innersten verachte ich sogar den einfachen Menschen als unsensibel, als ungebildet, als geistlosen Mitläufer, obwohl ich mich immer wieder in seine Niederungen begebe, um mich vom Gegenteil überzeugen zu lassen, meist vergeblich.

Wenn ich in den Spiegel blicke, dann sehe ich meine Mutter, die immer noch großen Einfluss auf mich hat. Irgendwie lässt mich ihre übergroße Liebe nicht zur Ruhe kommen. Sie darf nie von meinen erotischen Extravaganzen erfahren. Oft habe ich Schuldgefühle, ihr in die Augen zu sehen, denn sie könnte vielleicht etwas davon merken. Vielleicht erklärt das die große Macht, die sie auf mich ausübt. Salka meint, ich sollte ihr mal alles erzählen. Sie würde mich sicherlich verstehen. Vielleicht tu ich es diesmal!

Wir fahren los. Ich beobachte heimlich Garcia. Er ist voll in seinem Element, Stolz scheint ihn zu beseelen. Ein Packard! Fast scheint es mir, als ob in diesem Augenblick nicht Garcia den Packard fährt, sondern der Packard ihn.

Das Rauschen des Fahrtwindes, der mir leicht übers Gesicht streift, macht mich schläfrig. Ich schließe die Augen, ich geh auf in der Masse des wuchtigen Wagens.

Ich mag dieses Leben. Auch wenn es mich anödet. Es ödet mich an, weil ich schon lange nichts Neues mehr erlebe. Weil ich schon lange nicht mehr so intensiv lebe wie auf Bora Bora. Seit ich wieder in Hollywood bin, neige ich zu Depressionen. Könnte ich noch einmal leben, ich würde mir ein Leben mit Nervenkitzel aussuchen, mit schmaler Börse und mit leichtem Gepäck.

Irgendwie kommt mir die Geschwindigkeit, mit der wir über die schmale Landstraße schießen, doch etwas zu hoch vor: Ich öffne die Augen und blicke zu Mr. Freeland, der dahindöst, was mich vorerst mal beruhigt...

Meine Gedanken kehren wieder zu Zwischen Neun und Neun zurück. Ich überfliege in Gedanken die Bildsymbolik, die ich verwenden möchte: In der Bücherei lässt schon das Licht im Hintergrund - das große, mehrfach unterteilte Fenster wirft Schatten, die wie die Gitterstäbe eines Gefängnisses wirken - die allernächste Zukunft des Studenten ahnen. Dann die Handschellen, die der unschuldige Student nach seiner Flucht versteckt tragen muss...

Plötzlich: Ominöse Ahnungen schießen in mir hoch; ein heftiger Ruck des Wagens reißt mich in die Gegenwart; als ich die Augen öffne, rast ein Telegrafenmast auf uns zu...

Der Schock fährt mir in alle Glieder, ich bereue den Entschluss, Garcia ans Steuer gelassen zu haben. Ich bereue ihn mit unheimlicher Vehemenz. Oh, könnte ich doch alles rückgängig machen!

Ich werde aus dem Wagen geschleudert, scheine kurz zu fliegen. Ein gewaltiges Krachen, ein Blitz, ein Druck im Kopf, kein Schmerz, nur heiß und weiß und nass ist alles, ich verlier die Orientierung. Dann wird es schwarz.

Ich gehe auf einer Straße. Eine einsame Straße ist das, die Straße weint und stöhnt, als wollte sie ungeschehen machen, was geschehen ist. Etwas Unheimliches breitet sich in mir aus. Ich sehe vor mir eine Gruppe von Leuten, die sich um etwas am Boden scharen. Als ich hingehen will, merke ich, dass ich schwebe. Diese Fähigkeit erschreckt mich, genauso wie die Tatsache, dass die Körper der Leute überhaupt kein Hindernis darstellen. Und dann sehe ich ihn: Vor mir liegt ein Mann am Boden, puppenhaft hingestreckt. Erneut überkommt mich eine schreckliche Ahnung. Jetzt erkenne ich das Gesicht. Oh Gott, es ist meines!

Schock! Alles wird schwarz.

Plötzlich stehe ich wieder vor dieser kalten bleichen Schönheit mit den schwarzen Haaren, die ich ... woher kenne? Richtig! Der Traum! Träume ich immer noch? War ich nicht schon wach gewesen?

Dann wieder Schwärze.

In einem klinisch weißen Zimmer, in einer Ecke ganz oben, erwache ich und schaue runter. Da ist ein Bett, darauf ein Körper, unter einer weißen Decke. Das Gesicht ist seltsam vertraut, der Verband am Kopf irritiert mich. Dann sehe ich eine Frau, die vor dem Bett sitzt und weint. Ist das nicht Salka? Ich verstehe erst nicht, doch dann kommt's mir mit voller Wucht: Das da, im Bett, das bin ich...

Schwärze.

Jetzt sehe ich einen nackten bleichen Körper auf einem Metalltisch, stelle nüchtern fest, es ist meiner, sehe seinen geöffneten Kopf, sehe Männer in weißen Kitteln, die sich am Kopf zu schaffen machen, daran und darin herumschneiden. Sehr kalt ist hier alles, auch das Gebaren dieser Männer. "Diese hier im Gehirn eingedrungenen Knochen", sagt einer der Männer, seinen Kopf über meinem beobachtend hin- und herbewegend, "die waren wohl der Grund für den Exitus."

Nur weg hier, ist mein alles ausfüllender Gedanke!

Da: ein Schiff. Da: ein Frachtraum. Obwohl es dunkel hier ist, sehe ich sehr gut. Da: ein Sarg. Ist das ein Film? Ein Traum? Oder Wirklichkeit?

Ich erwache mitten in einem Begräbnis, seltsam vertraut sind mir die Gesichter der Trauernden...

Schwärze...

... jetzt bin ich jener Königssohn, der vor langer langer Zeit auf Mu gelebt - dort, wo später Bora Bora sein wird...

Der in tiefer Meditation die Zukunft schaut...

Der viele Tode sieht, zwingend und unausweichlich...

Denn davor war etwas so Fürchterliches geschehen, dass er sühnen muss.
... 


Mehr bald.

Blogging is boring

Ich langweile mich. Nicht wirklich. Nur wenn ich dabei sitze, einen Blog-Post zu schreiben. Boring. Kann mir nicht vorstellen, in welcher Gemütsverfassung man sein muss, um täglich zu bloggen, ganz besonders solchen Schit wie Kosmetika, Schoppen und Ähnliches... Naja, so sitze ich also vor diesen Zeilen und trinke meinen Kaffee mit Latte.
Ach ja, ich wollte doch noch etwas aus meinem Roman posten. Später. Mein Kaffee mit Latte ist alle.

Freitag, 10. Oktober 2014

BILDung macht ehrlich

Habe mich wieder beim täglichen Katzenklosäubern weitergeBILDet. Für die, die erst jetzt dazuschalten: für die geklumpte Katzenstreu brauche ich große Zeitungsblätter. Die BILD ist dafür ideal. Ich lese sie nicht, mein Nachbar schon, er gibt mir immer jene vom Vortag. Beim Katzenclosäubern dann springen mich rund um die geklumpte Streu BILDer und BILD-Überschriften an. Diesmal sind es die Blake Lively und der Ryan Reynolds: Sie sind schwanger. Die Blake habe ich in GOSSIP GIRL kennengelernt: Die erste Staffel war echt gut, dann wurde das Ding seicht. Aber in zwei exzellenten Filmen habe ich sie als Schauspielerin schätzen gelernt: in Oliver Stone's SAVAGES und in Ben Affleck's THE TOWN.
Dann springt mich der fettleibige Gerard Depardieu an, der in seiner Autobiografie folgendes "zugibt": Er war Stricher, Dieb, Grabräuber, bis er von einem Talentescout entdeckt wurde.
Ganz ehrlich:
Wen interessiert schon des Deppaden Autobio? Doch nur den Sensationshungrigen. Wer ist sensationshungrig? Nur jener Mensch ohne Selbstwertgefühl...
Auch ich muss etwas gestehen: Ich war Dieb, Stricher, Zuhälter, zusätzlich noch Dealer, Brandschatzer, Berufskiller - just kidding. Ganz ehrlich, als Zuhälter hab ich es nie geschafft, weil ich nicht wie der Depardieu andere verprügelte sondern eher verprügelt wurde. Ja, und dann lernte ich auch Drogen kennen und schätzen. Fast alles, was gut war und nicht süchtig machte: Shit (Hasch), Acid (LSD), Pilze (ich meine nicht Fuß- und Scheidenpilz); später auch süchtig machende, wie Koks und Caps (Captagon - medizinisches Speed). Das war damals. Zur Zeit von Leary, Lilly, the Beatles, den Stones, Bob Dylan, Ravi Shankar, Miles Davis, Joe Zawinul, Jazzrock, also in den Siebzigern. Natürlich hatte ich auch täglich einen Doppler (2 Liter Wein) intus, um das Leben zu verkraften. Ist jedoch alles mickrig im Vergleich zum Deppaden: Der verdrückt täglich 9 Flaschen Wein (ich wette die besten Grand Crus der besten Jahrgänge). Ja, und Talentescout hat mich auch keiner entdeckt. Dafür habe ICH was entdeckt: Yoga, Buddhismus, Quantenphilosophie, die Welt der multidemensionalen Persönlichkeit; und auch das Nichts, das die Phänomene beobachtet, ohne bewertend einzugreifen. So wurden mir Parallelwelten, vergangene Leben, Lebewesen aus anderen Dimensionen und ähnlicher Scheiß offenbart. Ich sage bewusst Scheiß, weil solche Dinge überzubewerten, wie es die Yellow Press gerne tut, überhaupt nichts bringt. Das sind alles nur Quantenphänomene.

Also, Autobiografie wollte ich keine schreiben, weil die Vergangenheit immer eine Schöpfung in der Gegenwart ist, weil jeder die Vergangenheit so ändert, damit er im besseren Licht erscheint oder sein Ego streichelt. Deshalb habe ich mich gleich für die Romanform entschieden. Die Vorteile sind klar: die Hauptperson kann distanziert und dennoch mit Zuneigung kreativ gestaltet werden; die Gefahren der Redundanz, der abgekapselten Episoden, der wechselnden Antagonisten kann ich mit dem Mixen diverser Genren ausschalten und eine zusammenhängende Gesamtkomposition schaffen.
Also, den ganzen Bullshit meiner Vergangenheit habe ich mit viel Finesse im Roman Kaffee mit Latte - Der Quantenf**k-Roman verpackt, den ich demnächst rausbringen will. In diesem Kaffee ist alles drin. Wirklich alles. Ganz ehrlich.

Das nächste Mal bringe ich wieder einen Auszug daraus, vielleicht diesmal mein Leben als Murnau. Falls dem so ist, werde ich da Einzelheiten servieren, die in keiner Biografie Murnaus stehen. Oh je, eben sind ein paar Leser abgesprungen. Recht so. Oh, eben sind eine Menge dazugekommen. Nein, in meinem Roman geht's verdammt noch mal nicht um vergangene Leben. Auch nicht um "Außerirdische". Und auch nicht ums Ficken. Wie oft denn noch? Das sind alles nur Quantenphänomene. Aber beschreiben tu ich sie trotzdem haargenau. So wie ich sie eben erlebte, hautnah und enttabuisiert...

Mir reicht's für heute, ganz ehrlich.
Denn ich merkte eben, selbst die paar Zeilen waren voll mit Ich-Dünkel und Ego-Streicheleinheiten.
Muss mal wieder meditieren.

Klingt irgendwie schräg. Ist auch so.

Ohm mani padre drum.
Just kidding.

Hurry Krisna, hurry Krisna, Krisna, Krisna, hurry Rama, hurry Rama...
Just hurry.
All right, just fucking around.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Über den ersten missglückten Versuch, als Zuhälter ein Ich zu finden


Nach dem Arnie-Müll etwas Besseres: ein weiterer Auszug aus dem hervorragenden Quantenf**k-Roman Kaffee mit Latte; die versprochene Leseprobe übers Kotzen verschieb ich.

Die folgende Leseprobe ist der direkte Anschluss an die Kotz-Szene (sie soll zeigen, wie verkehrt die moralischen Werte sein können, wenn man als Kind permanent verprügelt und damit negativ kognitiv geprägt wird):

Die Zeit: Mai, 1968.
Der Ort: Rom.
Das Geschehen: Andre hat eben seinen ersten Freier "befriedigt", jetzt ist es später Abend...


Josefa, die spindeldürre Römerin mit den hervorstehenden Zähnen, die manch­mal in unserer Bahnhofsrunde saß, für gewöhnlich aber an anderen Orten verkehrte, riss mich aus meiner Reverie, indem sie in meinem Blickfeld auftauchte und ziel­strebig auf mich zu ging, als ob sie mich schon gesucht hätte. Ich kannte sie als ruhig und lächelnd-ausgeglichen, jetzt aber war sie aufgeregt und fahrig. Nervös nahm sie mich auf die Seite und erzählte mir, dass sie eine Frau getroffen hätte, die, entehrt und deswegen aus ihrem Dorf ausgestoßen, nun auf den Strich gehen wollte. Und ich wäre der ideale Mann, sie dabei zu beschützen, meinte sie. Natürlich müsste ich ihr, Josefa, fünfzig Prozent des Gewinns geben. 
Obwohl die Geschichte der "Entehrten" mich an billige Groschenromane erinnerte, überlegte ich nicht lange und begann zu rechnen: Wenn die Nutte mir täglich zwanzigtausend Lire ablieferte, dann war ich nach einer Woche wohlhabend, nach einem Monat reich und nach einem Jahr stinkreich. Mein Ziel von Sonne, Südseestrand und Meer begann sich am Horizont abzuzeichnen.

"Wo ist sie?"

"Gleich hier in der Nähe, in einem Cafe. Sie ist aber total betrunken."

Wir brachen sofort auf. Josefa hängte sich bei mir ein und trippelte an meiner Seite. Ich spürte ihren knochigen Körper und überlegte, wie es mit ihr im Bett wäre, denn ich wusste von ihr, dass sie ab und zu selbst auf den Strich ging.

Als wir bei dem Cafe ankamen, bekam ich ein mulmiges Gefühl in der Bauchgegend. Mit aufgesetzter Forschheit trat ich ins laute Lokal. Josefa führte mich zu einem Flipper, an dem eine Frau lehnte. Sie war jung und hübsch, aber der Alkohol machte sie hässlich: Das also war "unsere" Frau. Sie ließ immer wieder unverständliches Zeug heraus, schimpfte auf nicht vorhandene Leute und belustigte die Zuhörer, meist Männer. Bullige Männer. Jetzt bekam ich grimmiges Bauchweh, dachte an einen Rückzieher, wollte aber auch nicht mein Gesicht verlieren. Also ging ich auf sie zu, bewusst niemandem in die Augen blickend. Und bemüht, etwas Arroganz in mein Auftreten zu legen, sagte ich forsch, mit einer vom Kotzen tiefen Stimme: "Namo!" (Gehen wir!)

Das hatte sie nicht gehört. Das hatte niemand gehört. Das hatten höchstens die bulligen Männer gehört, die mich gleich auslachen würden. Also sagte ich noch forscher: "Namo!"

Dabei packte ich sie an einem Arm, Josefa nahm mehr aus Verlegenheit ihren anderen, gemeinsam führten wir sie aus der Bar. Wieder sah ich keinen an. Ich glaube, wenn ich jemandem in die Augen geblickt hätte, dann wäre ich vor Angst auf der Stelle in Ohnmacht gefallen. Die Frau hing kurz in unseren Armen, dann ließ sie sich willenlos führen. Nach etwa zwanzig Metern fing sie wieder lallend zu schimpfen an, diesmal auf mich und Josefa. Sie hatte eine Fahne von enormen Umfang, mit säuerlichem Einschlag. Ekel übermannte mich, was jedoch den aufkommenden Machtgefühlen keinen Abbruch tat. Die Macht über diese Frau stieg mir in den Kopf, steigerte schlagartig mein Selbstwertgefühl.

Ich sagte: "Tutto va bene! " (Alles geht in Ordnung!)

Sie stierte mich an und schien diesen Satz zu reflektieren, kam aber wohl nicht ganz klar damit. Ich fragte mich, ob er grammatikalisch falsch, oder ob sie völlig hinüber war.

"Tutto va bene", wiederholte ich.

Wieder dieser stiere Blick, wieder schien sie mit leicht rollenden Augen im wackelnden Kopf zu überlegen, was diese Worte wohl bedeuten mochten, bevor sie in ihrem Rausch als bloße Laute untergingen.

"Wir bringen sie zu mir", sagte Josefa.

Teilweise ihren torkelnden Schritt dirigierend, teilweise sie schleppend, waren wir noch keine fünf Minuten weit von der Bar weg, als ich plötzlich merkte, dass uns jemand gefolgt war. Es war ein Mann aus dem Cafe. Jäh bekam ich Herzklopfen und einen trockenen Mund; vielleicht hatte ich schon vorher einen trockenen Mund gehabt, nach dem vielen Kotzen, aber jetzt erst fiel er mir auf, denn die Zunge klebte am Gaumen; und während ich schluckte und schluckte, suchte ich krampfhaft nach einem Ausweg.

"Senti, wohin gehst du mit meiner Frau?"

Er ist jetzt nah. Wir bleiben stehen, ich drehe mich um, stehe vor einem kleinen Süditaliener, der zu mir hochblickt und dennoch auf mich runterschaut. Etwas weiter hinter ihm sehe ich jetzt eine zweite Figur.

"Wer sagt das?" bringe ich mit gepresster und zu hoher Stimme heiser hervor.

"Ich!"

Er ist jetzt sehr sicher. Er wächst um einige Zentimeter. Oder werde ich kleiner? Er ist mir zu nah, ich kann nicht mehr denken, nur soviel weiß ich, dass ich eben einen Punkt überschritten habe, von dem ich nicht mehr zurück kann, also stelle ich mich.

"Und wer bist du?" kommt es aus meinem Mund.

Obwohl mein Herz rast, hab ich plötzlich keine Angst mehr, alle negativen Gedanken sind einer extremen Klarheit gewichen, ich seh der Gefahr ins Auge. Die Gefahr hat einen breiten Oberkörper und kräftige Arme, das ginge ja noch, aber die Gefahr hat sich verdoppelt: Die Figur aus dem Hintergrund ist näher gekommen und starrt mich böse an.

Dann läuft alles wie in einem Film ab, den ich nicht mehr beeinflussen kann: Ich sehe, wie Josefa das torkelnde Mädchen zu einem Wagen am Straßenrand schleppt, wie der andre Mann ihr nachgeht, wie der Typ vor mir einen Kinnhaken vortäuscht, wie ich die Hände hebe und voll einen Schlag in den Bauch bekomme. Unwillkürlich krümme ich mich, kriege plötzlich keine Luft mehr, die Lungenflügel kleben zusammen, ich japse, und die Zeit steht still. Unendlich still. Jetzt erst fällt mir auf, dass es später Abend ist, ja schon fast dunkel, eine verlassene Straße, schlecht beleuchtet. Dann explodiert ein Feuerball in meinem rechten Auge, kurz folgt ein Bewusstseinsaussetzer, dann spüre ich, wie mich etwas weich am Oberkörper und dann am Kopf berührt, eine ganze Fläche ist das, die mich da trifft, und so weich ist sie auch nicht mehr, richtig hart dröhnt sie nach. Und plötzlich wundere ich mich, wieso ich stehen kann und gleichzeitig mit meiner linker Seite steinern hart auf dem Gehweg liege. Wieder explodiert etwas an meinem Kopf, weiß explodiert es, und ich gehe schlafen...

Als ich wieder zu Bewusstsein kam, hatte ich das eigenartige Gefühl, schon seit geraumer Zeit wach zu sein. Denn seit geraumer Zeit hörte ich immer wieder die gleiche Stimme: "He, werd wach, die sind weg! Aufwachen!" Weit weg war diese Stimme, sie hallte seltsam.

Ich öffnete meine Augen und sah Manfred und Bernd, den sonnengebräunten Deutschen, die sich beide zu mir herunterbückten. Im Hintergrund bemerkte ich Josefa, sie hatte ein gerötetes Gesicht und eine blutverschmierte Nase.

"Gott sei Dank! Du lebst noch! Was machst du nur für Sachen! Du kannst jetzt nicht schlapp machen, wo ich doch eine Schlafgelegenheit brauche!" sagte Bernd. Er half mir, mich aufzusetzen. Langsam sammelte ich mich. Ich sah eine schlecht beleuchtete enge, hohle Straße und übergroße Häuser, sah ein übermächtiges Rom.

Manfred sah mich besorgt an: "Ach Gott, ach Gott, diese Andre'sche, es zieht sie einfach in die Gosse!"



Fortsetzung in Kaffee mit Latte - Der Quantenf**k-Roman


When Arnie Fucks You Over

A short critique of Schwarzeneggers Sabotage to fill your time while drinking a cup of Coffee Latte.
Saw this Schwarzenegger-vehicle on Blu Ray. Felt fucked over afterwards. Seems I was not the only one who felt that way: this 35-mill-dollar-vehicle became a worldwide 19-mill-dollar box-office-bomb.
The reason: This action-, mystery-, detective-genre mix is simply badly written. First of all the writers can't decide which genre should be the main one. So we are flipped around between mystery-, detective- and action-genre, missing all the story beats and leaving you with a shitload of action scenes, with raining bullets and blood galore. In between - nothing but boredom, with close-ups of Schwarzeneggers wrinkled face. Sorry, Arnie, Stallone's face is way better wrinkled. And then your heavy Austrian accent! Instead of letting your special ops DEA team make constantly jokes about it, I see only seriousness as the general tone of the movie and unreal characters straight out of a bad graphic novel. And you are from start the good guy, who in the end turns out to be the bad guy who was only out for revenge. Arnie, you not only fucked over your special ops team but also the audience.

Here is how I would have written this piece. First of all I would have made your character shady leaving the audience always wondering about your real goals. Then I would have concentrated on the investigation by police investigator Caroline Brentwood who is uncovering bits and pieces about your past, while the Mexican cartel is decimating your OC-team. So you have 2 enemies: the investigator who you can charm and mislead, and the deadly cartel guys who you have to fight with the rest of your team in bloody action scenes. And when in the end the investigator (and the audience) knows all about your past - the cartel killed your wife and son brutally -, we understand you only wanted revenge right from start; we feel there has to be a last brutal and bloody showdown, where you kill all the bad Mexican guys, being finally deadly wounded yourself.

I would not have begun with the cheezy torture video of your wife by cartel members, and your horrible reacting to it - the audience has no connection to the woman in the video being tortured -, but what a great ending if we saw it in the end, as the primary motivator behind your fuck-you-all-over-scheming!
I would have started with you and your special ops team riding in an armoured vehicle on your way to break into a fortified cartel-villa. But instead of some bad jokes of unreal characters, among them one about someone having farted, I would have started like this:
DEA agent 1: All right, who dropped ass.
DEA agent 2: It's always the one mentioning it first.
DEA agent 1: That's a childish reasoning.
BREACHER (Schwarzenegger), in disgust opening a window, with heavy Austrian accent: OK, this one hurts. Lets ask Nose (DEA agent 4, a tracker of Red Indian origin).
NOSE sniffs like a dog.
NOSE: I smell shit...
Everybody laughs.
DEA agent 1: No shit!
Everybody laughs.
NOSE: Quiet. I need to concentrate. (sniffs:) I smell venison and...
EVERYBODY: OK, Smoke, it was you. You had venison.
NOSE, still sniffing, while everybody expresses disgust: ... and a Burgundy.
SMOKE: All right, it was me, but it wasn't Burgundy, I tried an Austrian Zweigelt. Was quite a good combination. BTW, the Austrians have a very good wine culture! Ask Breacher.
DEA agent 2: Fuck the Austrians. That Lord of the Ring was one big pile of shit, smelling like your ass.
BREACHER: Lord of the Ring was shot in New Zealand. And Austria is not Australia, you fuckhead. And now concentrate on the mission. 2 minutes to breaching. Neck, you got the sniper?

NECK (sniper), on a hill: Still searching...
BREACHER: Hurry...
We see Neck's POV: view though crosshairs, with the cartel sniper finally popping into view.
NECK: Got him...
Through the cartels snipers crosshairs we see the armoured vehicle nearing the fence highspeed.

DEA boss, from a command centre in the US: OK, Breacher, as soon as you see a good spot to breach, you tell Neck. He then takes out the shooter.
BREACHER: Lizzy come in... 

Inside the villa, wild party. Lizzy sniffing a line, then exclaiming wildly: Wow, that one did it. 
Kisses wildly a drug boss.
LIZZY, addressing BREACHER: I can't hear you.
Drug boss: What are you talking about?
LIZZY: Let's go somewhere more quiet where I can hear you...
She takes drug boss by the hand who follows her to a bedroom. 
LIZZY: Come on, I can't hear you.
Boss is about to fuck her without a condom.

Neck takes out the cartels sniper. 

Breacher crashes though fence with armoured car.

Lizzy shoots the drug boss, then jumps out the window...

DEA boss, over ear plugs: Remember, don't take any money, just blow it up!



(The shit-talk-scene would have been a good introduction, because after they break into fortified cartel-villa they are in the basement where they steal 10 mill. dollars, which they pack and flush down the stinking shit-drain after having removed the very shit-dirty toilet.  Then they blow up the rest of the money, a 100 mill., stacked high on a pallet inside the cartel-villa.  In a Freudian sense money is anal, a pile of money is shit.)

Later they wade through the stinking sewer full of shit to gather the millions, which have mysteriously disappeared...

Etc.

Thus the audience would know that Breachers mission is only to hurt one special cartel by blowing up their money, but the ops team is stealing 10 mill. for themselves and possibly getting away with it.


Instead: we see after a cheezy video of torturing some well done action sequences leaving me wondering, wtf is going on?


Later into the movie the special ops team gets slaughtered one by one, by a different cartel, who even nails one team member to the ceiling, gutting him.  The way this is filmwise executed is horror genre.

Then I was just fed up, waiting for the next action scenes with bullets raining, blood spattering.

I never had a clue what was going on.

Only when the female investigator steps in the plot comes to motion...




So, I hope, the dear reader
understands why I had to vent a little; and I assume he rode well on my train of thoughts while sipping his cup of Coffee Latte...

Since this terrible movie was Arnies baby, my advice to you, Arnie, from Austrian to Austrian: Get some knowledge of how the dramatic code works, then hire a good writer who knows the different genres and how to mix them and you will have a block buster.

Read John Truby's Anatomy of Story! It's an eye opener in many ways!