Montag, 21. Januar 2019

Interview mit einem Versager, Beginn


Ungezählte Geschichten wurden schon geschrieben, die folgende ist eine von ihnen...


Interview mit einem Versager
von
Alfred R. Zeisel
© Alfred R. Zeisel


I.
Eigentlich beginnt der Tag ganz normal. Flav LeSeitz steht auf, rasiert sich, parallel dazu seine Zähne putzend. Eiliges Frühstück mit seiner Frau. Kurzes Gespräch über seinen letzten Artikel in der MZ. Küsschen. Auf der Fahrt ins Büro denkt LeSeitz intensiv an seinen Enthüllungsartikel. Seine Gedanken finden ein Ende, als er links den Verlag der Zeitung MZ sieht, für die er arbeitet, Einbiegen in die Einfahrt, dem Portier winken, Einparken. Lift, 2. Stock, das Großraumbüro, schon ziemlich voll, ganz hinten sein Büro. Aber so weit kommt er gar nicht. Eine Sekretärin sagt ihm, dass ihn Herr Bräuer sprechen will. Bräuer ist Chefredakteur der Münchner Zeitung. Vielleicht ein Lob für den letzten Artikel? Hoffentlich. Oder eine neue Recherche?
Lift. 4. Stock. Langer Flur, rechts und links Büros hinter gläsernen Türen. Vor ihm die Tür zum Bräuer. Holztür. Anklopfen, eintreten.
Bräuer sitzt in seinem bequemen Chefsessel. Er ist älter als LeSeitz. Er beginnt gleich mit einem Monolog: „Wissen Sie, was das Geheimnis meines Vaters war? Geduld. Durchhaltevermögen. Und Gründlichkeit. Er pflegte öfters zu scherzen, dass vermutlich er der Ursprung des Mythos ‚deutsche Gründlichkeit‘ war. Heute würde er es vermutlich nicht mehr so formulieren, mit dem ausufernden Bürokratismus und anderen Begleiterscheinungen. Egal. Zusammen, so sagte er damals, wären das die essentiellen Grundeigenschaften eines verantwortungsvollen Redakteurs. Damit konnte er die Amerikaner überzeugen, ihm die Lizenz für unsere Zeitung zu geben, mit der strengen Auflage, vorerst nicht über Probleme zwischen den Alliierten zu berichten, und ‚absolutely no verisimilitude‘. Darauf wurde bestanden und mein Vater willigte ein, gab es doch genug deutsche Probleme. Und sein Grundbestreben war immer schon, Fakten von Meinung zu trennen, und Auslegungen als solche zu kennzeichnen. Sie merken schon, worauf ich hinaus will: Poppers Intoleranz-Paradoxon auf die Rechtsprechung, den Datenschutz und ähnliches zu übertragen, ohne voranzustellen, dass das Ihre Meinung ist, war ein Schritt in die falsche Richtung. Obwohl ich sicher bin, dass Sie Recht haben, besonders jetzt, wo die Migranten ‚gefühlt‘ mehr Rechte haben als die Deutschen. Aber da das Thema ein sehr Heikles ist und sofort zu Polarisierung und extremem Schubladendenken führt, fehlten hier Fakten, Interviews mit Politologen, die ganze Chose eben. Deshalb hab ich ein besonderes Projekt für Sie: Finden Sie heraus, warum es Versager gibt, ob jeder Versager wirklich einer ist. Und tun Sie das mit dem Typen da: Ich fand ihn sehr interessant. Damit Sie nicht in Ihrer Schreibe eingeschränkt sind, schreiben Sie vorerst einen Blog.“
LeSeitz will etwas sagen, aber zu viel ist da eben auf ihn eingeströmt und niedergeprasselt.
Bräuer weiter: „Aber unsere Zeitung denkt nun mal um. Nach all dem Hype mit all diesen cracy Egomanen, die sich so gerne in den Mittelpunkt stellen und ‚Star‘ sein wollen, mal was Neues. Vielleicht kriegen Sie da was völlig Neues hin. Ich fand seinen Roman André Die Torturen eines Wieners in Wien gut, Verstehe nicht, warum den so wenig lesen. Also, auf geht‘s. Machen Sie was Draus!“
LeSeitz geht, er hat irgendwie an den mixed signals seines Chefs zu kauen: Er wurde auf ein Nebengleis gestellt, hat aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich erneut zu profilieren. LeSeitz beschließt, sich nicht entmutigen zu lassen und die neue Herausforderung anzunehmen.
Er geht an seinen Arbeitsplatz, öffnet seinen Account und beginnt mit ein paar Notizen:
Warum ist jemand ein Versager?
Was ist ein Versager?
War z.B. Van Gogh ein Versager?
Was wäre aus Goethe geworden, hätte er nicht Förderer gehabt?

Dienstag, 8. Januar 2019

Interview mit einem Versager, 3. Tag


3. Tag
Diesmal bin ich früher da als er. Ich blättere durch den revidierten Vertrag, dann kommt er. Kurze Begrüßung, er unterschreibt den Vertrag, nachdem er ihn durchgelesen hat.
Ich schalte den Recorder ein.
Er beginnt gleich: „Haben Sie das mit dem Ribery-Ausraster mitbekommen? Ich musste echt lachen. Der Typ hat eine Sprache drauf, die man nicht toppen könnte. In seinem Kopf geht‘s offensichtlich nur ums Ficken, um löchrige Kondome. Was kommt als nächstes? Sein Kot, in Blattgold gehüllt? Und am Abend sah ich, wie er ganz auf locker im Trainingslager tat. Und er klopfte einem Kollegen auf den Schwanz! Hallo! Das ist ein Fall für #metoo!“
Er lacht lang. Ich auch, ich hab‘s ja gesehen und mich gewundert.
Er: „Da fällt mir das Grimmsche Märchen ein: Tischlein deck dich, Esel streck dich, Knüppel aus dem Sack. Offensichtlich hat der Ribery es unbewusst dramatisiert: Erst das vergoldete Steak – Tischlein deck dich -, dann (nicht sichtbar), sein goldener Kot, zuletzt der Knüppel aus dem Sack. Und was für ein Knüppel, voll versifft mit Spermien...“
Ich lache.
Er: „Er ist nur solange ein Protztyp, wie er Fans hat. Wenn die ihn, wie vor einiger Zeit den Ösil, der nicht mal die deutsche Hymne mitsang, auspfeifen, dann hat er wirklich ein Problem: nämlich nicht mehr im Mittelpunkt zu stehen. Dabei sollte doch der Islam ihn ruhiger, besonnener, weiser machen.“
Ich: „Sind Sie ihm nicht neidig, dass er so viel Geld hat?“
Er überlegt: „Überhaupt nicht. Eher Mitleid, na ja, in Grenzen.“
Angenommen, Sie würden Millionen mit ihren Büchern verdienen, würden Sie nicht auch protzen und angeben?“
Überhaupt nicht. Was soll ich schon damit tun, außer es mir gut gehen lassen. Und den Rest spenden, anonym natürlich. Hier, in dieser Welt, ist alles vergänglich. Was also soll ich mit Millionen. Da fällt mir der Keanu Reeves ein. Der spendet anonym.“
Und woher wissen Sie das? Wenn es anonym geschieht?“
Er lacht: „Gute Frage. Las es bei Wiki, aber das kann schon gut sein, dass er mal gefragt wurde, und er antwortete, klar spendet er. Punkt.“
Er lacht: „Okay, Multimillionäre, die mit ihrem Reichtum protzen, langweiliges Thema, wie so vieles, was z.Z. so auf uns einströmt. Angefangen bei diesem von einem gewaltigen Gotteskomplex befallenen Egomanen, der die USA ‚regiert‘, der aus einem Comic entsprungen zu sein scheint, bloß dass die Comic-Bösewichte intelligenter sind als er; sein Großvater war ja ein illegaler Einwanderer aus Deutschland, wahrscheinlich rührt daher sein Hass gegen illegale Einwanderer... So wie bei Hitler, bei dem man jüdische Vorfahren vermutete… Übrigens, was Interessantes: im gleichen Jahr wie Hitler, fast auf den Tag genau, wurde Charlie Chaplin geboren. Der eine ging ein in die Geschichte als die Verkörperung des absolut Bösen, der andere bringt heute noch Millionen zum Lachen… Doch zurück zu diesem Trampel: Der Psychoanalytiker Erich Fromm nannte all die psychischen Unzulänglichkeiten dieses Soziopathen, also pathologisches Lügen, Fehlen jeglicher Empathie, Egomanie, Unfehlbarkeitssyndrom usw. das absolute Böse. Dieser Typ ist so sehr von der Macht inflationiert, dass nichts mehr vom Trump in ihm ist, nur mehr ein Trampel, der sich wie ein Schwein in seiner absoluten Macht suhlt. Und das ist nur einer von vielen Psychopathen, die die Welt ins Chaos stürzen wollen… Fast hat man den Eindruck, man lebt in diesen dystopischen Comics-Welten, in denen immer irgendein Bösewicht die Welt vernichten will… Ja, und auf der anderen Seite haben wir die Social-Network-Riesen als Datensammler, die die eingesammelten Daten angeblich bloß für ihre Anzeigen verwenden. Aber das eigentliche Problem ist der Bürger, der freiwillig alle seine Daten ins Internet stellt, die ihm quasi eine digitale DNA verpassen… Die zweite Staffel von Westworld zeigt das sehr schön auf...“
Hab ich gesehen, ist sehr, sehr gut… Okay, genug über den Zustand der Welt, mehr über Sie. Zurück zu den Misshandlungen. Wie konnten Sie sie nur verarbeiten oder verkraften?“
Ich habe ziemlich lange gebraucht, um zu erkennen, dass ich mich durch die schweren Misshandlungen und deren Auswirkungen definieren ließ. Hab‘s mit Drogen probiert, mit Yogas, vergeblich. Was ich damals nicht hatte, waren Geduld, Ausdauer, Disziplin. Ich hatte nur eines im Sinn: Sex. Ich war nur Lust orientiert. Und noch was faszinierte mich: Film. Und Schreiben...“
Ich hab‘s in Ihrem Buch gelesen. Waren Sie tatsächlich derart sex-driven?“
Ja, war ich. Ich vermute, das hat was mit den harten Schlägen auf den Kopf zu tun. Nicht nur Gehirnerschütterungen waren die Folge solcher Schläge, offensichtlich wurde da auch die Hypophyse gequetscht… Ich hatte, wie schon mal erwähnt, mit acht Jahren Orgasmen. Und das Seilklettern in den Turnstunden wurde immer zu einem Balanceakt zwischen der Lust, hochzuklettern und gewaltigen Orgasmen. Einmal war der Orgasmus so überwältigend, dass ich fast meinen Haltegriff löste und vom Seil runtergefallen wäre.“
Er lacht lange. „Nachher hatte ich einen großen Fleck auf der Turnhose. Ich bekam Angst, mir ‚da unten‘ was gerissen zu haben.“
Ich lache mit, obwohl das Erzählte nicht zum Lachen ist. Aber so wie er es erzählt, ist es tatsächlich zum Lachen. Er erzählt mehr wie ein Kabarettist denn ein sein Leben Reflektierender.
Ich: „Ich werde das alles reinschreiben in den Blog, wenn Sie nichts dagegen haben.“
Nein, tun Sie‘s. Mir doch egal. Heute find ich‘s lustig. Und Lachen schafft Distanz zum Erlebten. Jedenfalls hatte ich lange Zeit Probleme mit Protagonisten in Romanen und Filmen, die als junge Männer nicht so einen enormen Sextrieb hatten wie ich… Erst viel später wurde mir klar, dass nur ich diesen ausgeprägten Sextrieb hatte. Jedenfalls kann man sagen, dass ich schon bei meinen ersten Freundinnen im Bett eine Granate war: drei, zwei, eins, wumm… Oft war‘s gleich ein wumm!“
Lacht lange.
Die Matura! Mein Gott! Bei Stress, wie Prüfungen, oder die Matura, hatte ich Blackouts. Mein verzweifeltes Reiben zwischen den Schenkeln, um mich doch an irgendwas zu erinnern, löste z.B. bei der Mathe-Prüfung in der völlig stillen Klasse einen so gewaltigen Orgasmus aus, dass ich laut aufstöhnte, als ich in die Hose ejakulierte. … Okay, was Anderes, das nervt jetzt schon…“
Gut. Ihr Schreibstil, wo kommt der her?“
Vermutlich vom Tagebuchschreiben. Da hab ich mit verschiedenen Stilen experimentiert.“
Wie soll ich mir das vorstellen? Autoren imitiert?“
Auch. Aber meist war‘s so: Mir gefiel ein neuer Schreibstil, nach ein paar Wochen langweilte er mich, ich probierte eine neue Richtung, die gefiel mir, dann las ich irgendeinen Roman, dessen Stil mich faszinierte, so halt, immer weiter, bis ich irgendwann aus mir heraus eigene Stile kreierte. Besonders gefielen mir die Henry Millerschen Streams of Consciousness, diese endlosen Schreibflüsse...“
Ich „Okay, okay, okay, machen wir eine Pause. Ehrlich gesagt, mir ging die Richtung der Fragen aus, es war ja alles durcheinander...“
Gut, wir können auch morgen weitermachen.“
Ich nicke: „Einverstanden.“
Ich muss das alles erst zu Papier bringen, weiß gar nicht, ob‘s da überhaupt irgendeinen Spannungsbogen gibt…



Donnerstag, 13. Dezember 2018

Interview mit einem Versager 2


OK, also ich informiere mich ausführlich über Autismus, das meiste, was ich finde, trifft nicht zu, bis ich „Inselbegabung“ finde. Und eine solche habe ich bei ihm bemerkt.
Und mit diesen, zuhause in den Computer übertragenen Auswertungen sitze ich tags darauf bei meinem Boss. Der liest den Ausdruck durch, blickt mich an, überlegt lange, sagt schließlich: „Habe ich so nicht erwartet. Offensichtlich ist er für einige Überraschungen noch gut. Ich hab‘s geahnt, als ich seinen Roman las. Autismus? Inselbegabung? Jetzt bin ich selber neugierig, wie‘s weitergeht. Machen Sie weiter!“
Und seine Bezahlung? Er besteht auf quid pro quo.“
Hat er einen Preis genannt?“
Ich erzählte ihm kurz über die Gagen, die wir den „Stars“ zahlen und seine Meinung dazu.
Geben Sie ihm Hundert, gehen Sie nicht höher als … hmm. Was schlagen Sie vor?“
Ich überlege kurz. „Wenn man nur nach interessantem Inhalt bezahlt, dann erfährt man nicht alles. Geben Sie ihm so viel, dass er sich geschätzt fühlt. Zweihundert?“
Wenn Sie ihn alle zwei oder drei Tage interviewen, dann käme er auf zwei bis drei Tausend im Monat. Zudem kriegt er ja kostenlose Werbung für seine Bücher. Geben Sie ihm diesen Standardvertrag.“


2. Tag
Ich treffe mich mit ihm wieder im gleichen Cafe. Ich komme früher, trotzdem ist er schon da. Ist ein gutes Zeichen.
Ich will dort fortsetzen, wo wir stehengeblieben waren, nämlich wie er die zuletzt beschriebene schwere Misshandlung durch seinen Vater bewältigte, doch er beginnt sofort mit einem anderen Thema.
Haben Sie ‚Ein Herz für Kinder‘ gesehen.“
Ich verneine.
Er: „Eine phantastische Aktion. Da haben es doch tatsächlich 15 bis 20 Multimillionäre geschafft, den Zuschauern, von denen viele mit ihrem Geld nicht klar kommen, wegen hoher Mieten, steigender Öl- und Gaspreise, steigender Stromkosten usw. schöne Gefühle zu verschaffen, indem sie als ‚Stars‘ diese motivierten, Geld zu spenden. Toll!“
Sarkasmus? Klingt ein wenig wie seine Sketche-Sammlung Auf den Hund gekommen. Richtig: Muss noch seinen Roman lesen.
Auf diese Weise gab es eine herzergreifende dreistündige Supershow, dreieinhalb Millionen Zuschauer, viele Tränen. Und überglückliche Multimillionäre. Wenn man aber ein bisschen nachdenkt, stellt man sich vielleicht die Frage: Wie viel haben eigentlich diese Multimillionäre gespendet? Ich wette nichts.“
Er lacht: „Wenn die nämlich nur ein Fünftel ihres Privatvermögens gespendet hätten, dann wären statt der 18 Millionen Euro ganz schnell garantiert 50 Millionen zusammengekommen. Wem hätte das schon was genützt?“
Ich gebe zu, dieser Gedanke ist mir nie gekommen.
Er: „Diese Multimillionäre hätten nur Nachteile gehabt: keine Reklame für sich selbst, kein Charity-Anstrich. Und das ZDF hätte eine andere Verblödungsshow produzieren müssen.“
Ich muss jetzt kontern: „Wenn Sie ein Multimillionär wären, würden Sie spenden?“
Überhaupt nichts. Ich bin nämlich ein Wiener, und als solcher sind mir alle Menschen zuwider.“
Er lacht: „Nein, also ganz im Ernst: Ich bin auch Buddhist, und als solcher würde ich andauernd spenden, aber anonym.“
Er meint es ernst, ich seh‘s ihm an.
Ja“, sagt er jetzt, „wo waren wir stehen geblieben? Richtig: Ich wurde als Kind derart schwer misshandelt, dass ich tatsächlich vor dem Scheideweg stand: entweder mich für immer zurückziehen oder die schweren Misshandlungen weiterhin erdulden. Aus irgendeinem Grund zog ich mich nicht zurück… Dieser Tag war die Hölle: Hörtraumen, wund geschlagener Hintern, blutig geschlagene Hände, Gleichgewichtsstörungen, metallischer Geschmack im Mund. Als Nahrung gab‘s Wasser und Brot. Man könnte sagen, dieser Vater hatte nicht mal ein Herz für sein eigenes Kind!“
Plötzlich erinnert er sich an etwas: „Ich hab‘s ja in meinem Roman beschrieben.“
Ich seufze: „Sorry, hab ihn immer noch nicht gelesen.“
Aber“, setzt er seine Ausführungen fort, „ich habe so was wie vereinzelt auftretende Inselbegabungen.“
Was z.B.?“
Manchmal kann ich die Gedanken anderer lesen. Nicht immer, und es ist nicht steuerbar, aber es kam schon öfters vor.“
Und was hat es ihnen gebracht?“
Nichts“, lacht er. „Denn als ich die Gedanken lesen konnte, wusste ich nicht, dass ich die Gedanken lesen konnte, oder eben gesehen habe. Erst nachher fiel es mir auf.“
Was noch?“
Manchmal sehe ich die Microexpressionen in Gesichtern, die wahren Gefühle hinter den vorgetäuschten. Hat mir ab und zu was gebracht. Vor allem in Verbindung mit schönen Frauen.“
Ich blicke fragend.
Die Frau als Sexobjekt. Sobald ich auf diese Ebene herunterfalle, begehe ich Fehler. Wenn ich aber die Microexpression in ihrem Gesicht lesen kann, fällt der Sexdrive weg. Spione arbeiten so… Zumindest denke ich das.“
Er lacht.
Ich: „Was noch?“
Na, Sie quetschen mich aber heute aus… OK. Manchmal sehe ich ins Quantenuniversum. Nur sehr kurz, aber ich sehe, dass es dort keine linearen Zeitabläufe gibt. Das hat mir viel gebracht: Ich weiß, dass die Zeit eine Illusion ist, dass letztlich alles vergänglich ist, weshalb ich auch Buddhist wurde. Theravada-Buddhist, oder ein Quantenphilosoph. Ich denke, dass ich dadurch ein besserer Mensch wurde und immer noch werde. Meine soziopathischen Züge verschwanden. Vielleicht verstehen Sie jetzt besser, warum ich als Multimillionär anonym spenden würde. Mir sind die Likes der anderen scheißegal.“
Seltsam, dass diese auf den ersten Blick nicht zusammenhängenden von ihm angeschnittenen Themen immer intensiver ein Gesamtbild ergeben. Ich muss seinen Roman lesen, ich glaube, der ist so geschrieben.
Er: „Ach ja, was ich unbedingt wissen wollte: Drucken Sie alles, ohne Zensur?“
Ja“, sage ich, „ich habe da grünes Licht bekommen. Bloß Hassreden, Verunglimpfung und ähnliches sind nicht erlaubt.“
Dann ist der Blog oder was auch immer das hier wird, eine Art Op-Ed, der von Ihrer Redaktionslinie abweichen kann, sogar gegensätzlich sein kann?“
Ja. Wie ich schon das letzte Mal erwähnte, denkt unsere Zeitung um.“
Er scheint sich zu freuen. Ich sage ganz bewusst „scheint“, weil ich ihn im Augenblick nicht richtig „lesen“ kann.
Mein Boss will, dass Sie einen Vertrag unterschreiben. Es ist ein Standardvertrag, der die Rechte an diesem Interview an uns überträgt.“
Ich schiebe ihm den Vertrag rüber. Ich studiere ihn, während er ihn aufmerksam liest.
Ja, also was mir da fehlt sind ein paar Kleinigkeiten: Die Rechte gehen an Sie nur, wenn sie den Inhalt des Interviews drucken.“
Ist kein Problem. Ab morgen steht der erste Teil schon in unserem Blog. Es wird vorerst ein Blog werden. Ich werde das in den Vertrag einfügen.“
Gut. Und noch was muss rein: Ich bin sicher, dass ich öfters aus meinem Roman oder meinen anderen Büchern wörtlich zitieren werde. Alles, was von mir schon gedruckt im Internet steht, und auch alles, was ich an von mir verfasstem Material Ihnen zur Verfügung stelle, können sie natürlich zitieren. Aber die Rechte bleiben bei mir.“
Ja, da hat er eigentlich Recht.
OK, aber ich muss das noch mit meinem Chef besprechen. Alleine kann ich das nicht entscheiden.“
Er sieht mich an.
Ich glaube, ich habe da noch einige Überraschungen für die nächsten Interviews parat.“
Er steht auf, drückt mir die Hand. Fester Händedruck.
Ach ja, er hat überhaupt nicht nach einer Gage gefragt. Ein gutes Zeichen.
Ich habe schon einige Leute interviewt, ich muss zugeben, mit ihm macht es richtig Spaß.

Donnerstag, 6. Dezember 2018

Interview mit einem Versager, Tag 1




von

Flav Le Seiz


Persönliche Notizen:
Warum ist jemand ein Versager?
Was ist ein Versager?
War z.B. Van Gogh ein Versager?
Was wäre aus Goethe geworden, hätte er nicht Förderer gehabt?


1.Tag
Ich treffe mich mit ihm. Mittelgroß, schlank, elastischer Gang, vordergründig sympathisches Lächeln. Verborgenes Leiden dahinter? notiere ich später.
70 Jahre alt ist er, sagt er. Sieht aus wie 60. Wahrscheinlich das Yoga, sagt er. Hat er eben meine Mikroexpression gelesen, so kurz sie auch gewesen sein mag?
Das klingt jetzt alles mehr oder weniger nice, Tatsache ist, dass mich mein Boss sehr lange bearbeiten musste, zuletzt very unnice, damit ich mich dieser undankbaren Aufgabe widme: einen Versager interviewen.
Aber unsere Zeitung denkt nun mal um. Nach all dem Hype mit all diesen cracy Egomanen, die sich so gerne in den Mittelpunkt stellen und „Star“ sein wollen, mal was Neues. Sehe ich nach der Diskussion mit meinem Boss auch so. Also einen Versager interviewen.
Ich fand seinen Roman Der Andere Die Tribulationen eines Wieners in Wien gut“, sagt mein Boss. „Verstehe nicht, warum den so wenig lesen.“
Ich las daraufhin hinein, er ist ja im Internet zu kaufen (https://amzn.to/2ruxQ7f), ich fand ihn uninteressant, mehr gefiel mir seine Sketche-Sammlung Auf den Hund gekommen (https://amzn.to/2SALtL2). Ich musste sogar öfters lauthals lachen. Vielleicht sollte ich mich mehr mit seinem Roman auseinandersetzen. Ein Plan für die Zukunft.
Also, da sitze ich nun mit ihm, hier in einem Münchner Cafe. Ich hab mir einen Plan zurecht gelegt, mit einem Plan B, falls nötig.
Ich zeichne dieses Interview auf, nur als Gedächtnisstütze“, sage ich und lege mein Smartphone vor ihm hin.
Warum dieses Interview?“
Weil mir Ihre Sketche-Sammlung gefallen hat“, sage ich.
Ich hab sofort den Eindruck, dass er diese Lüge oder Halbwahrheit durchschaut hat. Oder ist das meine Einbildung?
Wussten Sie, dass smart ursprünglich Schmerz bedeutet?“, sagt er jetzt. „Aus dem Englischen kommt es, wahrscheinlich germanischen Ursprungs.“
Nein, wusste ich nicht“, sage ich. „Dann wollen wir mal mit dem Interview beginnen.“
 „War noch nicht fertig mit meinen Ausführungen zu smart: In zehn Jahren oder so werden all diese Smartphone-Junkies Schmerzen haben, im Rücken, gekrümmte Wirbelsäule, Kurzsichtigkeit, tatsächliche und im übertragenen Sinn“, sagt er lachend. „Und wenn man in ein paar Hunderttausend Jahren Ausgrabungen macht und diese verkrüppelten Skelette sieht, wird man sagen: ‚Das ist die Smartphone Epoche, die hat nur Idioten und Süchtige hervorgebracht.“
Ich muss unwillkürlich lachen. „Warum ein paar Hunderttausend Jahre?“
Na ja, die nächsten Äonen werden wohl ziemlich strahlend sein“, lacht er.
Pause, dann: „Ich frag mich, warum mich jemand interviewen will, mich, jemanden, der nichts geschafft hat. Oder hat es einen anderen Grund?“, fragt er.
 „Unsere Zeitung denkt um“, sage ich. Er nickt. Er wirkt irgendwie paranoid.
Ich mache mich bereit für den Plan B: kurz abschweifen und zum Plan A zurückkehren.
Eigentlich müsste ich in meiner Kindheit beginnen. Ich habe schon als Dreijähriger Geschichten erfunden“, sagt er jetzt.
Also doch Plan A. „Erzählen Sie!“
Wie wär‘s mit Hannibal Lecter? Quid pro quo.“
Das klingt jetzt ganz nach einem Plan C, den ich nicht habe.
Ich möchte wissen, wer mich interviewt.“
Oh Gott! „Was wollen Sie denn wissen?“
Sind Sie verheiratet?“
Was hat das mit irgendwas zu tun?“
Also verheiratet. Glücklich verheiratet?“
Plan C, wo bist du?
Und Sie?“, frage ich.
Also nicht mehr so glücklich verheiratet. Ich frage deshalb, weil ich der Ansicht bin, dass der Mensch ein serieller Monogamist ist. Und weil ich jetzt sehen konnte, dass Sie meinen Roman Der Andere nicht gelesen haben.“
Hab ich auch nie behauptet“, sage ich.
Wie wollen Sie mich dann interviewen, wenn Sie nichts von mir kennen?“
Oh Gott, der Typ nervt. Kein Wunder, dass er ein Versager ist. Ich korrigiere mich gleich. Das war eben ein unnötiges Abreagieren, ihn Runtermachen.
Plötzlich wird mir klar, dass seine Fragen fast eine Art Therapie für mich waren.
Vielleicht ist das mein Plan C, ein Interview als eine Art Therapie. Mal sehen.
Quid pro quo. Also, was waren Ihre ersten Geschichten in der Kindheit, die Sie zuvor angesprochen haben?“
Ich habe Löwen gebändigt.“
Das ist die ganze Geschichte?“
Also, ich habe mit ihnen gerungen, sie unterworfen, und dann sie zu meinen Kampflöwen dressiert.“
Und das haben Sie als Dreijähriger erfunden?“
Ja. Hab sie meinem Vater erzählt. Der hat sich immer kaputt gelacht.“
Ziemlich ungewöhnliche Geschichte für einen Dreijährigen!“
 Für mich nicht. Für mich war‘s fast wie eine Erinnerung.“
Eine Erinnerung? Woran? An Ihr letztes Leben? Glauben Sie an so was?“
Quatsch. An Reinkarnation glauben, reiner Schwachsinn! Es ist eine Erinnerung. Aber gleichzeitig ist jede Erinnerung eine Erschaffung im Jetzt. Alles ist immer jetzt.“
Widersprechen Sie sich nicht da selbst?“
Klar“, sagt er. „Aber das ist nun mal das Wesen unseres Quantenuniversums: Von einer Seite her betrachtet stimmt eine Betrachtung, von einer anderen her widerspricht sie sich. Im Prinzip geht es um Wissen, um die Sicherheit des Wissens, und dann auch wieder nicht. Ich meine, wir leben in einem Quantenuniversum, und die lineare Zeit ist eine uns von uns selbst vorgegaukelte Illusion“, sagt er jetzt.
Ich werde aus ihm nicht schlau. Und dann wiederum verstehe ich ihn. Komisches Gefühl.
Wie soll denn dieser Artikel, dieser Blog heißen? Interview mit einem Loser?“, fragt er mich jetzt.
Ich schaue verblüfft.
Wir leben in einer Welt, in der jeder nur Winner sein möchte. Daher liegt es nahe, dass der Artikel ‚Interview mit einem Loser‘ heißen wird. Artikel, Blog, oder sogar ein Buch? Was soll es werden?“
Das hängt noch vom Inhalt ab.“
Und von Ihrem Chef!“, lacht er.
OK, jetzt mal zum Interview. Wir haben es kurz angerissen: Ihre Kindheit.“
Und dann beginnt es. Er erzählt. Spannend, überhaupt nicht linear. Immer wieder überrascht er mich mit grausamen Misshandlungen durch seinen Vater. Und mit einer solchen endet er auch. Sie muss so schlimm gewesen sein, dass sie sich eingeprägt hat, und auch bei mir einprägt. Und er endet mit einem: „Nach dieser Misshandlung hatte ich die Wahl: entweder für immer mich von der Außenwelt abzuschotten und zu schweigen oder weiterzumachen.“
Das klingt nach Autismus.
Jetzt hab ich genug für heute“, sagt er.
Autismus. Muss mich damit auseinandersetzen. Es gibt ja nicht nur die Rainman-Savants, es gibt auch andere Formen. Und wenn ich ehrlich bin, wirkte er auf mich nicht wie ein gewöhnlicher, „normaler“ Mensch.
Ich schalte den Recorder ab.
Sie haben jetzt wohl genug zum Schreiben“, sagt er. „Ach ja, krieg ich für das Interview Kohle? Immerhin verdienen Sie was, Ihr Chef, die Zeitung, warum ich nicht?“
Was haben Sie sich vorgestellt?“
Was zahlen Sie einem dieser komischen Leute aus dem Olymp, die sich „Stars“ nennen und die von ihren Fans angehimmelt werden?“
Oh Gott! Aber Recht hat er ja. Was unterscheidet uns alle von einander? Die aus dem Olymp, wie er es so treffend sagte, sind die gleichen Arschlöcher wie wir, bloß mit gewaltigen Ich-Dünkeln.
Mal sehen. Ich spreche mit meinem Boss.“
Er geht, mir die Hand drückend.
Ich sitze noch einige Zeit herum, reflektiere die letzte Stunde.

Sie gefiel mir, insgesamt.

Samstag, 17. März 2018

Das Imperium schlägt zurück

Nun ist es tatsächlich geschehen: Eine Prophezeiung ist eingetroffen! (Just kidding! No, it's not that important.)
 

Im Schnellkurs über Scientology habe ich angekündigt, dass man den 1. Teil des Buches Scientology schafft uns ab wahrscheinlich als phantastische Ausgeburt eines erfolglosen Drehbuch- oder Romanautors hinstellen wird, der ich, zugegeben, noch bin…
 

Und schon prangt eine negative Kritik unter meinem Amazon-Buch, anonym natürlich:
"Nerviger Schreibstil, schlechtes Buch
Sehr schlecht geschrieben. Die selbstverliebte Art des Autors nervt.
Wenn er doch alles so schnell durchschaut hat hnd weitaus klüger war als alle anderen Syntologen, frage ich mich warum er 13 Jahre Syntologe blieb... Hab nach 20 Seiten das Buch weg gelegt weil sein Schreibstil echt nervt.
"
 

Auf welche Art „Fee13“ die ersten 20 Seiten meines Buches gelesen hat, in denen beschrieben wird, warum ich in Scientology blieb – natürlich spielte auch eine Frau eine große Rolle -, wie man nach 20 Seiten sofort alles über das ganze Buch „wissen“ kann, wie man überhaupt ein kindle-e-book „weglegen“ kann, das alles bleibt wohl eines der unbedeutenderen Geheimnisse dieses Universums.
 

Viel interessanter finde ich vielmehr, dass nach dieser primitiven „Kritik“ das Interesse an diesem Buch stieg.

Aber machen Sie sich doch selbst ein Bild, die ersten 30 Seiten oder so können Sie auf Amazon Probe lesen:

oder besuchen Sie die Website



Mein Kaffee ist wieder mal alle.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Eine dystopische Story-Welt

Wir sind echte Glückspilze.

Ich wache auf. Ein neuer Tag liegt vor mir. Ein schöner Tag, denn ich lebe nicht einem Überwachungsstaat, nicht in einem Polizeistaat, ich lebe in einer Demokratie, die meine Daten schützt. Ich bin ein Glückspilz.
Während ich Yoga mache, überlege ich, wie ich in einem Roman eine dystopische Story-Welt entfalten würde, wie einen brutalen Polizeistaat, wie einen paranoiden Überwachungsstaat. Und dann kommt's mir: Eine innere Bedrohung müsste her, und zwar eine so gewaltige, dass die Bürger selbst die totale Überwachung wünschen, und eine massive Polizeipräsenz fordern bzw. dagegen nichts einzuwenden haben.
Wie eine solche Bedrohung schaffen? 
Also erst mal gucke ich nach Irak, Syrien etc. Da ist immer Unruhe. Und ich lasse Fake-News verbreiten über WMDs, die es im Irak angeblich gibt. Dann bombe ich den Irak zurück in die Steinzeit, na ja, sagen wir, ins 7. Jh., also in jene Zeit, in der ein Gesetz religiöse und weltliche Belange regelte. Nachdem ich den psychotischen irakischen Herrscher eliminiert habe, entsteht natürlich, das weiß ein jeder, ein Machtvakuum, das die verschiedenen, an Selbstwertdefiziten leidenden Stammesführer füllen wollen und müssen. Krieg zwischen ihnen, die Waffenindustrie freut sich, die Bevölkerung leidet, Panzer, Kampfflugzeuge, erneut Bomben, das Giftgas Sarin wird hergestellt, man braucht die richtige Mischung der Precursors, findet sie, testet sie, Tote überall. Und die Bewohner flüchten. Wohin? In die reichen Ölstaaten? Nie und nimmer! Dort sind sie unerwünschte, minderwertige Menschen. Okay, also flüchten sie nach Norden, durch die unfreundliche Türkei, in die menschenfreundliche EU. Die EU, nicht vorbereitet auf solche Flüchtlingsströme, ist uneinig: wie sie aufnehmen, wie verteilen? Und schließlich entscheidet die Großfürstin der EU autokratisch, also ohne die anderen EU-Staaten zu fragen, dass alle Flüchtlinge kommen sollen, alle, uneingeschränkt, unkontrolliert, und sie kommen. Ganz klar, dass einige Staaten sich dagegen wehren; bis dato unbekannte, extrem-nationale Führer werden automatisch nach oben gespült, plötzlich kennt sie jeder, denn sie sprechen das aus, was ein nicht geringer Prozentsatz der überrumpelten Bürger empfindet: stoppt den Einwandererstrom. Und sie stoppen den Einwandererstrom. Die Großfürstin wusste natürlich, dass eine solche Reaktion kommen würde, sie wusste auch, dass in dem unkontrollierten Einwandererstrom islamistische Terroristen nach Deutschland kommen, nach Frankreich, nach England. Sie handelt (in meiner dystopischen Geschichte) einfach im Auftrag einer unbekannten Schattenregierung; Attentate folgen, noch stärkere Polizeipräsenz, überall Kameras, überall Überwachung, das ist auch in Ordnung so. Nun lasse ich die Geheimdienste absichtlich Fehler machen, ziemlich gravierende, die ich peu à peu „durchsickern“ lasse, über einen längeren Zeitraum hin, dass das Volk nur mehr den Kopf schüttelt und noch mehr Polizeipräsenz will, noch mehr Überwachung inkl. facial recognition, also insgesamt eine stärkere, gebündelte Kontrolle. Und nun lasse ich alle Geheimdienste zusammenführen, in einer Hand zusammenfassen, nenne diese „Staatsapp“ eine „Smart Hand“. Jeder Bürger weiß nun, dass dies alles wichtig und richtig ist. Schließlich kommt ja „smart“ in diesem Begriff vor. Wir leben ja in smart times, in smarten Wohnungen, in einer smart City. Und jetzt auch in einem smarten Staat. Natürlich darf nun nicht fehlen, dass man auch alle Daten der Bürger erfasst. Und die Einwanderer müssen ihre Smartphones abgeben, der Bürger akzeptiert dies wohlwollend, später lass ich alle Smartphones überwachen, usw. usf. 
So, jetzt hab ich (in meiner Geschichte) die ersten Ansätze für den totalen Polizei- und Überwachungsstaat. Befreit und beruhigt lehne ich mich zurück.
Befreit, weil die Geschichte endlich fertig ist. 
Beruhigt, weil ich nicht in einer solchen dystopischen Welt lebe. 
Gott sei Dank leben wir in keinem Überwachungsstaat, keinem Polizeistaat! Wir leben in einer Demokratie, mit ehrenwerten Politikern, mit von oben kontrollierten Geheimdiensten, mit einem hervorragend funktionierenden Datenschutz. Wir sind echte Glückspilze! 

Mein Kaffee mit Latte ist wieder mal alle. 

Freitag, 13. Oktober 2017

Adolf Erdo-Kahn

Verlor das Interesse an Yellowman und Rocketman. Jetzt interessiert mich mehr der türkische Adolf, der die EU aufs Primitivste verarscht; wann begreifen die EU-Politiker und die Merkel endlich, dass man mit diesem an bösartigem Narzissmus leidenden, 1997 wegen Volksverhetzung zu vier Monaten Knast Verurteilten, nicht verhandeln kann? 
Die Appeasement-Politik der EU-Politiker erinnert mich an Hitler und Chamberlain, der doch 1938 tatsächlich glaubte, er könnte dem Wort Hitlers vertrauen. 
Der türk. Adolf erinnert auch sonst an Hitler: Volksverhetzung, Menschen als Faustpfand; Willkür-Gerichtsverfahren; diesem kriminellen Autokraten ist jedes Mittel recht, um Deutschland in die Knie zu zwingen; dieser im Ego-Wahn erstarrte Diktator hält sich an keine rechtstaatlichen Regeln, weiß er doch inzwischen, dass er den EU-Polit-Idioten jede Scheiße entgegenwerfen kann, ohne dass diese ihm irgendeine wie auch immer geartete Scheiße zurückwerfen. 
Und die Syrien-Flüchtlinge, die lässt er garantiert irgendwann auf die EU los, wann's ihm halt taktisch in den Kram passt; die EU ist natürlich auf so eine Situation nicht vorbereitet. Warum auch, ein Vertrag ist ein Vertrag. Aus der Geschichte haben sie nichts gelernt, die Geschichte ist da, um sie (verdreht) zu lehren, nicht aus ihr zu lernen.
Wollte eben eine Feige essen, die ist aus der Türkei. Nix da, weg damit, ich schenk sie einer Bettlerin. Schließlich hab ich Empathie.
Das Trockenobst, ebenfalls aus der Türkei, hergeschenkt, die Bettlerin freut sich. Die freut sich wirklich: jedesmal, wenn ich vorbeikomme, leuchten ihre Augen, weil sie türkische Früchte bekommt. (Geld geb ich ihr keines, hab keine Lust, die Bosse der Bettlermafia in Rumänien noch reicher zu machen. Lange ging ich an diesen Betlern vorbei, verneinte hart ihr Flehen. Doch hinterher hatte ich meist ein komisches Gefühl. Bis ich irgendwann entschied: Moralisch kann ich es nicht mehr vertreten, diese armen Schweine leiden zu sehen. Gib ihnen was zu essen. Erst waren es Nahrungsmittel, die mir nicht schmeckten, aber den Bettlern schon; inzwischen sind es türkische Früchte. Wenigstens tut der Adolf Ego-Wahn indirekt was Gutes. Er tut auch sonst viel Gutes, z.B. sorgt er für Arbeitsplätze, schließlich muss sein 1000-Zimmer-Palast in Schuss gehalten werden.)

Der Flug in die Türkei, den schenk ich auch den Bettlern (just kidding), nein, storniert hab ich ihn; bin doch nicht blöd, mich wegen irgendeinem Scheiß, irgendeiner anonymen Anzeige inhaftieren zu lassen. Für immer wegsperren! Denn ob die deutschen Inhaftierten je frei kommen, wage ich bei dem Willkür-Staat Türkei mit seiner Willkür-Rechtsprechung zu bezweifeln. Und wie's in den türkischen Gefängnissen zugeht, kann man dem preisgekrönten Film Midnight Express entnehmen (Drehbuch: Oliver Stone): Nein, danke!
Die türkischen Spezialeinheiten haben sogar ein zweijähriges Kind mit der Waffe bedroht und angebrüllt. Wo ist der Unterschied zu den SS-Schergen, die Kinder in die Gaskammer schickten? Na ja, die wurden nicht angeschrieen. 

Jeder Deutsche, der jetzt noch in die Türkei reist, oder durchreist, muss blöd sein.

Mein Kaffee ist alle, ist kein türkischer Kaffee, das hab ich auf der Verpackung gelesen.