Montag, 21. Januar 2019

Interview mit einem Versager, Beginn


Es ist nicht wichtig, wie langsam du gehst, sofern du nicht stehen bleibst.
Konfuzius


Interview mit einem Versager
von
Alfred R. Zeisel
© Alfred R. Zeisel


I.
Eigentlich beginnt für Flav LeSeitz der Tag ganz normal. Er steht auf, rasiert sich, parallel dazu seine Zähne putzend. Ist eine gute Konzentrationsübung. Inzwischen kann er sie recht gut: Mit einer Hand geradlinige Bewegungen, wie Rasieren, mit der anderen Drehbewegungen mit der elektrischen Zahnbürste. Solche Übungen unterschiedlicher Bewegungen der Hände fördern zudem die Kommunikation zwischen den beiden Gehirnhälften, der rechten, der gefühlsmäßig betonten und der linken, der sachlich orientierten, was die Kreativität fördert und somit sehr vorteilhaft für seinen Beruf ist. So denkt er zumindest, denn etliche Male hat er schon davon profitiert: plötzliche unerwartete Einfälle, ungewöhnliche Assoziationen und dergleichen mehr, waren seiner Meinung nach das Ergebnis solcher Übungen. Mit glatt rasiertem Gesicht und blanken Zähnen isst er eilig. Er denkt dabei wie jeden Tag: ‚Warum vor dem Frühstück Zähneputzen und nicht danach?‘ Dann folgt ein kurzes Gespräch mit seiner Frau über seinen letzten Artikel in der MZ. Sie wünscht ihm Erfolg, Küsschen.
Erst im Auto beginnt wirklich sein neuer Tag. Auf der Fahrt ins Büro denkt LeSeitz öfters an seinen letzten Artikel. Hätte er ihn vielleicht doch anders gliedern sollen? Auch mit dem Beginn ist er nicht mehr zufrieden. Das ist wohl eines seiner Probleme: Er findet seine Artikel nie endgültig, hätte sie ein paar Tage später kürzer oder anders gestaltet. Er ist ein Perfektionist, Gabe und Fluch zugleich. Seine Gedanken finden ein Ende, als er links den Verlag der Zeitung MZ sieht, für die er arbeitet. ‚Was, schon wieder so schnell‘, denkt er. Passiert ihm immer wieder, wenn er an seine letzten Artikel denkt. Einbiegen in die Einfahrt, dem Portier winken, er kennt ihn nur vom Einbiegen und von einer Silvesterparty, er weiß nicht mal seinen Namen. Er muss ihn mal beim Vorbeifahren kurz ansprechen, denkt er während des Einparkens. Dann Lift, 2. Stock, das Großraumbüro, schon ziemlich voll, ganz hinten sein Büro. Aber so weit kommt er gar nicht. Eine Sekretärin sagt ihm, dass ihn Herr Bräuer sprechen will. Bräuer ist Chefredakteur der Münchner Zeitung, der ‚MZ‘. Vielleicht ein Lob für den letzten Artikel? Hoffentlich. Oder eine neue Recherche?
Lift. 4. Stock. Langer Flur, rechts und links Büros hinter gläsernen Türen. Am Ende die Holztür zum Bräuer. Holztür. Anklopfen, eintreten, Bräuer sehen, sein Mienenspiel auswerten. Neutral. Nichts herauszulesen.
Bräuers sitzt in seinem bequemen Chefsessel. Er ist älter als LeSeitz. Hinter dem großen Schreibtisch wirkt er fast majestätisch. Er beginnt gleich mit einem Monolog: „Wissen Sie, was das Geheimnis meines Vaters war? Geduld. Durchhaltevermögen. Und Gründlichkeit. Er pflegte öfters zu scherzen, dass vermutlich er der Ursprung des Mythos ‚deutsche Gründlichkeit‘ wäre. Heute würde er es vermutlich nicht mehr so formulieren, bei all dem ausufernden Bürokratismus und anderen Begleiterscheinungen im Zusammenhang damit. Egal. Das jedenfalls wären die essentiellen Grundeigenschaften eines verantwortungsvollen Redakteurs, so sagte er damals. Damit konnte er nach dem Krieg die Amerikaner überzeugen, ihm die Lizenz für unsere Zeitung zu geben, mit der strengen Auflage, vorerst nicht über Probleme zwischen den Alliierten zu berichten, und ‚absolutely no verisimilitude‘.“
LeSeitz Gedanken schweifen ab. Das tun sie immer, wenn Bräuer einen seiner Monologe als Auftakt zu einer von ihm beschlossenen Sache beginnt. Und ‚verisimilitude‘, also ‚der Realität nachempfunden‘, ist sicherlich kein Anzeichen für ein nachfolgendes Lob für einen auf Fakten basierenden Artikel. Langsam schaltet er seinen Gehörsinn wieder um, von zu erduldender Geräuschkulisse zum pointierten Bräuer-Monolog: „… Darauf haben die Alliierten bestanden und mein Vater willigte ein, gab es doch damals genug deutsche Probleme. Und sein Grundbestreben war immer schon, Fakten von Meinung zu trennen, und Auslegungen als solche zu kennzeichnen. Sie merken schon, worauf ich hinaus will: Ihre Behandlung des Migrationsproblems, Ihre Vorschläge für eine Reform der Rechtsprechung und des Datenschutzes aufgrund der Theorie eines einzigen renommierten Wissenschaftlers, war zwar ein Schritt in die richtige Richtung, aber in der von Ihnen dargelegten Form viel zu ungenau. Obwohl ich sicher bin, dass Sie Recht haben, besonders jetzt, wo die Migranten ‚gefühlt‘ mehr Rechte haben als die Deutschen. Aber da das Thema ein sehr Heikles ist und sofort zu Polarisierung und extremem Schubladendenken führt, fehlten hier einige Fakten, es fehlten Interviews mit Politologen, die ganze Chose eben. Mir ist klar, der Zeitdruck verhinderte genaueres Recherchieren. Jedenfalls… die Reaktion auf den Artikel war enorm, unsere E-Mail-Konten wurden zugemüllt mit Meinungen von extrem rechts, konservativ und extrem links, aber bis jetzt noch keine Reaktionen von Politikern, von Wissenschaftlern. Deshalb möchte ich Sie vorübergehend wo anders einsetzen, bei einem Thema, das mir persönlich am Herzen liegt und das im Moment eher zu Ihnen passt: Finden Sie heraus, warum es Versager gibt - ja, ich meine es ernst! -, ob jeder Versager tatsächlich einer ist. Und tun Sie das mit dem Typen da: Ich fand ihn interessant. Damit Sie nicht in Ihrer Schreibe eingeschränkt sind, schreiben Sie vorerst mal einen Blog. Lassen Sie da Ihrer Fantasie freien Lauf!“
LeSeitz will etwas sagen, aber zu viel ist da eben auf ihn eingeströmt, nicht nur Kritik, auch eine neue Ideenwelt.
Bräuer weiter: „Nochmals, dies ist keine Abwertung, sondern ein neues Anliegen. Unsere Zeitung muss umdenken. Nach all dem Hype mit all diesen crazy Egomanen, die sich so gerne in den Mittelpunkt stellen und ‚Star‘ sein wollen, mal etwas völlig Anderes. Ich fand übrigens den Roman von diesem Typen da recht gut, wie heißt er doch gleich?“
Er blickt auf die Ausdrucke vor ihm.
André - Die Torturen eines Wieners in Wien. Mir gefiel er. Die Vielschichtigkeit der Erzählebenen! Immer wieder kriecht eine neue Erzählebene in die alte… Sie hören schon, er war für mich faszinierend und etwas völlig Neues. Und seine Gefühlssprache! Man wird hineingezogen in die Welt des Antihelden, ob man will oder nicht. Und Anti-Helden sind, so glaube ich, unsere neuen Helden.“
Er schiebt LeSeitz ein Blatt mit Internet-Adressen über den großen Schreibtisch hinüber.
Ich will wissen, ob nur ich so empfinde… Ja, und falls wir hier wirklich jemanden entdecken, der gut ist, der einen neuen Stil entwickelt hat, der aber auch als Privatperson interessante Lebenseinstellungen hat bzw. eine interessante Figur abgibt, kriegen wir zusätzliche Leser, vielleicht sogar ein sehr breit gestreutes Zielpublikum. Zudem passt das mit dem Blog eher in die Richtung Internet/Smartphone-Lesen. Also, ich erwarte mir da einiges!“
LeSeitz steht da, überlegend, er hat irgendwie noch an den ‚mixed messages‘ seines Chefs zu kauen: Er wurde auf den ersten Blick auf ein Nebengleis gestellt, hat er gleichzeitig die Möglichkeit, sich mit etwas Neuem zu profilieren. LeSeitz erinnert sich, mal was über die Auswirkung solcher ‚mixed messages‘ gelesen zu haben, er wird sie gleich recherchieren. Aber das Thema? Er muss sich mit diesem Typen auseinandersetzen. Ein neuer Impuls beseelt ihn.
Bräuer schaut auf: „Noch was?“
LeSeitz schüttelt den Kopf, und, in Gedanken versunken, verlässt er Bräuers Büro, fährt in den zweiten Stock, geht an seinen Arbeitsplatz. Er findet im Internet sofort, was er bezüglich ‚mixed messages‘ suchte: die Theorie über ‚kognitive Dissonanz‘ und die ‚Doppelbindungstheorie‘. Beide lösen eine Art geistiger Lähmung aus. Das ist wohl Bräuers Masche: die Umgebung geistig lähmen, während er über einen neuen Auftrag spricht. LeSeitz lächelt in sich hinein, dann wird er sachlich, das neue Thema beginnt ihn zu faszinieren. Er macht ein paar Notizen:
Was macht einen Versager aus?
Warum ist jemand ein Versager?
Warum war Van Gogh ein Versager? Wäre er heute ein Versager? Und wenn ja, warum?
Was wäre aus Goethe geworden, hätte er nicht Förderer gehabt?
Wäre Karl Lagerfeld auch ohne Coco Chanel berühmt geworden?
Was unterscheidet einen Versager von einem erfolglosen Künstler?
LeSeitz macht noch ein paar Brainstorming-Notizen, dann surft er im Internet, liest in den Roman dieses AZ rein, gefällt ihm nicht, dann in dessen Sketche. Er lacht ein paar mal. Er ist jetzt interessiert.
Er lehnt sich zurück, seine aktuelle Situation überdenkend. Einen MZ-Blog schreiben, eine neue Herausforderung, nachdem ihn die bisherige Redakteurstätigkeit schon etwas gelangweilt hat: Zu eng sind die Einschränkungen durch Faktenfindung, Interviews, Zeitaufwand, zu groß ist der Pool an Redakteuren, die sich profilieren wollen durch „wissenschaftliche Schreibe“, durch ungewöhnlichen Stil, durch reißerische Darstellung.
Er hofft, dass seine Frau ihn bei seiner neuen Aufgabe seelisch unterstützt.


II.
Das tut LeSeitz‘ Frau aber nicht, sie täuscht Bewunderung vor, obwohl sie diesen neuen Auftrag als Abwertung empfindet. Wenn man fünf Jahre verheiratet ist, kennt man den anderen, zumindest manche seiner Lügen. LeSeitz bekommt ihre Enttäuschung auch im Bett zu spüren, ihre abgewendet Seite.
Er steht auf, setzt sich an den Computer, liest in den Roman des AZ rein. Und was im Büro eher langweilig schien, gefällt ihm jetzt. Er lacht öfters. Etwa in der Mitte zwingt er sich, im Büro weiterzulesen, schließlich braucht er genügend Schlaf.
Nächster Morgen, gleiches Ritual: Rasieren, gleichzeitiges Zähneputzen. Eiliges Frühstück mit seiner Frau. Kurze Aussprache. Das tun sie immer nach Ehe-Dissonanzen. LeSeitz erinnert sie nochmals, dass dieser neue Auftrag als Herausforderung zu sehen ist; sie soll doch so nett sein und in den Roman und die anderen Bücher des AZ reinlesen; ihre Meinung ist für ihn enorm wichtig. Welche seiner angeführten Gründe bzw. Bitten sie schließlich umgestimmt haben, weiß er nicht, jedenfalls gibt sie ihm ein liebevolles Küsschen, was seinen kommenden Tag ein wenig aufhellt. Auf der Fahrt ins Büro denkt LeSeitz an seinen Auftrag, an die vielen neuen Möglichkeiten, da ein Blog die Option zulässt, aus seiner nüchternen Reporter-Sicht auszubrechen, mehr mit vorläufigen Gedanken und möglichen inhaltlichen Richtungen zu jonglieren, kurz, den Text persönlicher zu gestalten. Wieder finden seine Gedanken ein Ende, als er links den Verlag der MZ sieht. Einbiegen in die Einfahrt, ein paar freundliche Worte mit dem Portier gewechselt und schon hellt sich dessen gelangweiltes Gesicht auf. Das gefällt LeSeitz, gibt ihm einen zusätzlichen Drive.
Wenig später sitzt LeSeitz am Computer. Er will vorerst mal alles finden, was dieser Typ geschrieben hat. Er findet einiges. Erstaunt sieht er, dass auch zwei kritische Bücher über Scientology darunter sind. Seine unterschwellig ansteigende Achtung vor AZ wird getrübt. Offensichtlich gehört LeSeitz zu jenen Leuten, die Sektenangehörige als geistig minder bemittelt bewerten. Er liest rein, erst widerwillig, dann mit Interesse, manchmal lachend. Er schüttelt den Kopf über den Inhalt.
Er findet, dass er vorerst mal genug Wissen gesammelt hat, um AZ anzurufen.
Nach dem anfänglichen Austausch formaler Höflichkeiten fragt AZ nach dem Grund und den Inhalt des Interviews.
Meine Zeitung will mehr über noch unbekannte Autoren wie Sie herausfinden. Woher haben Sie Ihre Ideen? Was ist Ihre Einstellung zu verschiedenen politischen oder sozialen Themen? Ein Interview eben.“
Lassen Sie mich zurückrufen.“
LeSeitz schaut verdutzt, als AZ auflegt. Nach ein paar Minuten ein Anruf: Es ist AZ.
Sorry, wollte nur sichergehen, dass Sie auch wirklich bei der MZ arbeiten.“
LeSeitz überlegt kurz, was es mit dieser Vorsicht oder Paranoia auf sich haben könnte, dann macht er einen Termin für ein Interview aus.
Er liest weiter in den verschiedenen AZ-Büchern, macht Notizen.



Samstag, 17. März 2018

Das Imperium schlägt zurück

Nun ist es tatsächlich geschehen: Eine Prophezeiung ist eingetroffen! (Just kidding! No, it's not that important.)
 

Im Schnellkurs über Scientology habe ich angekündigt, dass man den 1. Teil des Buches Scientology schafft uns ab wahrscheinlich als phantastische Ausgeburt eines erfolglosen Drehbuch- oder Romanautors hinstellen wird, der ich, zugegeben, noch bin…
 

Und schon prangt eine negative Kritik unter meinem Amazon-Buch, anonym natürlich:
"Nerviger Schreibstil, schlechtes Buch
Sehr schlecht geschrieben. Die selbstverliebte Art des Autors nervt.
Wenn er doch alles so schnell durchschaut hat hnd weitaus klüger war als alle anderen Syntologen, frage ich mich warum er 13 Jahre Syntologe blieb... Hab nach 20 Seiten das Buch weg gelegt weil sein Schreibstil echt nervt.
"
 

Auf welche Art „Fee13“ die ersten 20 Seiten meines Buches gelesen hat, in denen beschrieben wird, warum ich in Scientology blieb – natürlich spielte auch eine Frau eine große Rolle -, wie man nach 20 Seiten sofort alles über das ganze Buch „wissen“ kann, wie man überhaupt ein kindle-e-book „weglegen“ kann, das alles bleibt wohl eines der unbedeutenderen Geheimnisse dieses Universums.
 

Viel interessanter finde ich vielmehr, dass nach dieser primitiven „Kritik“ das Interesse an diesem Buch stieg.


Mein Kaffee ist wieder mal alle.

Dienstag, 5. Dezember 2017

Eine dystopische Story-Welt

Wir sind echte Glückspilze.

Ich wache auf. Ein neuer Tag liegt vor mir. Ein schöner Tag, denn ich lebe nicht einem Überwachungsstaat, nicht in einem Polizeistaat, ich lebe in einer Demokratie, die meine Daten schützt. Ich bin ein Glückspilz.
Während ich Yoga mache, überlege ich, wie ich in einem Roman eine dystopische Story-Welt entfalten würde, wie einen brutalen Polizeistaat, wie einen paranoiden Überwachungsstaat. Und dann kommt's mir: Eine innere Bedrohung müsste her, und zwar eine so gewaltige, dass die Bürger selbst die totale Überwachung wünschen, und eine massive Polizeipräsenz fordern bzw. dagegen nichts einzuwenden haben.
Wie eine solche Bedrohung schaffen? 
Also erst mal gucke ich nach Irak, Syrien etc. Da ist immer Unruhe. Und ich lasse Fake-News verbreiten über WMDs, die es im Irak angeblich gibt. Dann bombe ich den Irak zurück in die Steinzeit, na ja, sagen wir, ins 7. Jh., also in jene Zeit, in der ein Gesetz religiöse und weltliche Belange regelte. Nachdem ich den psychotischen irakischen Herrscher eliminiert habe, entsteht natürlich, das weiß ein jeder, ein Machtvakuum, das die verschiedenen, an Selbstwertdefiziten leidenden Stammesführer füllen wollen und müssen. Krieg zwischen ihnen, die Waffenindustrie freut sich, die Bevölkerung leidet, Panzer, Kampfflugzeuge, erneut Bomben, das Giftgas Sarin wird hergestellt, man braucht die richtige Mischung der Precursors, findet sie, testet sie, Tote überall. Und die Bewohner flüchten. Wohin? In die reichen Ölstaaten? Nie und nimmer! Dort sind sie unerwünschte, minderwertige Menschen. Okay, also flüchten sie nach Norden, durch die unfreundliche Türkei, in die menschenfreundliche EU. Die EU, nicht vorbereitet auf solche Flüchtlingsströme, ist uneinig: wie sie aufnehmen, wie verteilen? Und schließlich entscheidet die Großfürstin der EU autokratisch, also ohne die anderen EU-Staaten zu fragen, dass alle Flüchtlinge kommen sollen, alle, uneingeschränkt, unkontrolliert, und sie kommen. Ganz klar, dass einige Staaten sich dagegen wehren; bis dato unbekannte, extrem-nationale Führer werden automatisch nach oben gespült, plötzlich kennt sie jeder, denn sie sprechen das aus, was ein nicht geringer Prozentsatz der überrumpelten Bürger empfindet: stoppt den Einwandererstrom. Und sie stoppen den Einwandererstrom. Die Großfürstin wusste natürlich, dass eine solche Reaktion kommen würde, sie wusste auch, dass in dem unkontrollierten Einwandererstrom islamistische Terroristen nach Deutschland kommen, nach Frankreich, nach England. Sie handelt (in meiner dystopischen Geschichte) einfach im Auftrag einer unbekannten Schattenregierung; Attentate folgen, noch stärkere Polizeipräsenz, überall Kameras, überall Überwachung, das ist auch in Ordnung so. Nun lasse ich die Geheimdienste absichtlich Fehler machen, ziemlich gravierende, die ich peu à peu „durchsickern“ lasse, über einen längeren Zeitraum hin, dass das Volk nur mehr den Kopf schüttelt und noch mehr Polizeipräsenz will, noch mehr Überwachung inkl. facial recognition, also insgesamt eine stärkere, gebündelte Kontrolle. Und nun lasse ich alle Geheimdienste zusammenführen, in einer Hand zusammenfassen, nenne diese „Staatsapp“ eine „Smart Hand“. Jeder Bürger weiß nun, dass dies alles wichtig und richtig ist. Schließlich kommt ja „smart“ in diesem Begriff vor. Wir leben ja in smart times, in smarten Wohnungen, in einer smart City. Und jetzt auch in einem smarten Staat. Natürlich darf nun nicht fehlen, dass man auch alle Daten der Bürger erfasst. Und die Einwanderer müssen ihre Smartphones abgeben, der Bürger akzeptiert dies wohlwollend, später lass ich alle Smartphones überwachen, usw. usf. 
So, jetzt hab ich (in meiner Geschichte) die ersten Ansätze für den totalen Polizei- und Überwachungsstaat. Befreit und beruhigt lehne ich mich zurück.
Befreit, weil die Geschichte endlich fertig ist. 
Beruhigt, weil ich nicht in einer solchen dystopischen Welt lebe. 
Gott sei Dank leben wir in keinem Überwachungsstaat, keinem Polizeistaat! Wir leben in einer Demokratie, mit ehrenwerten Politikern, mit von oben kontrollierten Geheimdiensten, mit einem hervorragend funktionierenden Datenschutz. Wir sind echte Glückspilze! 

Mein Kaffee mit Latte ist wieder mal alle. 

Freitag, 13. Oktober 2017

Adolf Erdo-Kahn

Verlor das Interesse an Yellowman und Rocketman. Jetzt interessiert mich mehr der türkische Adolf, der die EU aufs Primitivste verarscht; wann begreifen die EU-Politiker und die Merkel endlich, dass man mit diesem an bösartigem Narzissmus leidenden, 1997 wegen Volksverhetzung zu vier Monaten Knast Verurteilten, nicht verhandeln kann? 
Die Appeasement-Politik der EU-Politiker erinnert mich an Hitler und Chamberlain, der doch 1938 tatsächlich glaubte, er könnte dem Wort Hitlers vertrauen. 
Der türk. Adolf erinnert auch sonst an Hitler: Volksverhetzung, Menschen als Faustpfand; Willkür-Gerichtsverfahren; diesem kriminellen Autokraten ist jedes Mittel recht, um Deutschland in die Knie zu zwingen; dieser im Ego-Wahn erstarrte Diktator hält sich an keine rechtstaatlichen Regeln, weiß er doch inzwischen, dass er den EU-Polit-Idioten jede Scheiße entgegenwerfen kann, ohne dass diese ihm irgendeine wie auch immer geartete Scheiße zurückwerfen. 
Und die Syrien-Flüchtlinge, die lässt er garantiert irgendwann auf die EU los, wann's ihm halt taktisch in den Kram passt; die EU ist natürlich auf so eine Situation nicht vorbereitet. Warum auch, ein Vertrag ist ein Vertrag. Aus der Geschichte haben sie nichts gelernt, die Geschichte ist da, um sie (verdreht) zu lehren, nicht aus ihr zu lernen.
Wollte eben eine Feige essen, die ist aus der Türkei. Nix da, weg damit, ich schenk sie einer Bettlerin. Schließlich hab ich Empathie.
Das Trockenobst, ebenfalls aus der Türkei, hergeschenkt, die Bettlerin freut sich. Die freut sich wirklich: jedesmal, wenn ich vorbeikomme, leuchten ihre Augen, weil sie türkische Früchte bekommt. (Geld geb ich ihr keines, hab keine Lust, die Bosse der Bettlermafia in Rumänien noch reicher zu machen. Lange ging ich an diesen Betlern vorbei, verneinte hart ihr Flehen. Doch hinterher hatte ich meist ein komisches Gefühl. Bis ich irgendwann entschied: Moralisch kann ich es nicht mehr vertreten, diese armen Schweine leiden zu sehen. Gib ihnen was zu essen. Erst waren es Nahrungsmittel, die mir nicht schmeckten, aber den Bettlern schon; inzwischen sind es türkische Früchte. Wenigstens tut der Adolf Ego-Wahn indirekt was Gutes. Er tut auch sonst viel Gutes, z.B. sorgt er für Arbeitsplätze, schließlich muss sein 1000-Zimmer-Palast in Schuss gehalten werden.)

Der Flug in die Türkei, den schenk ich auch den Bettlern (just kidding), nein, storniert hab ich ihn; bin doch nicht blöd, mich wegen irgendeinem Scheiß, irgendeiner anonymen Anzeige inhaftieren zu lassen. Für immer wegsperren! Denn ob die deutschen Inhaftierten je frei kommen, wage ich bei dem Willkür-Staat Türkei mit seiner Willkür-Rechtsprechung zu bezweifeln. Und wie's in den türkischen Gefängnissen zugeht, kann man dem preisgekrönten Film Midnight Express entnehmen (Drehbuch: Oliver Stone): Nein, danke!
Die türkischen Spezialeinheiten haben sogar ein zweijähriges Kind mit der Waffe bedroht und angebrüllt. Wo ist der Unterschied zu den SS-Schergen, die Kinder in die Gaskammer schickten? Na ja, die wurden nicht angeschrieen. 

Jeder Deutsche, der jetzt noch in die Türkei reist, oder durchreist, muss blöd sein.

Mein Kaffee ist alle, ist kein türkischer Kaffee, das hab ich auf der Verpackung gelesen.

Dienstag, 26. September 2017

Yellowman vs. Rocketman

Halt, dies ist bloß ne Ankündigung:

Nächsten Blogbeitrag widme ich dem TRUMPel und dem Kim, aka Yellowman vs. Rocketman.
Falls es mich noch interessiert.

Freitag, 3. März 2017

TRUMPelpfade

Abseits der TRUMPelpfade


Jeder spricht, jeder schreibt über den TRUMPel, der das Weisse Haus besetzt hat. Es wird gerätselt, es wird diskutiert, Talkshow follows on Talkshow, "Experten" diskutieren, wer denn das Sagen habe, in diesem TRUMPel-Universe, ob das noch Demokratie wäre, oder schon Oligarchie (lauter Milliardäre, die alle garantiert wissen, wie der kleine Mann "da unten" sich fühlt, was er will), ist es Plutokratie (wurde nicht Pluto als Planet abgesetzt? just kidding) oder Autokratie? Ich glaube es ist eine Autokratie, denn geht's nicht auch um Autos, um German Autos?

Offensichtlich wähnt der TRUMPel sich immer noch in seiner TV-Show, in der er alles übte. Vor allem die Selbstdarstellung, Gesten, Mimiken. Erinnert mich an irgendwen, der erst mal vor dem Spiegel und einem Fotografen Posen usw. übte. (Aber ich weiß jetzt partout nicht, wer das war.) 
Eine Mauer muss wieder her, sagte der TRUMPel. Mauerbau! Um den mexikanischen Menschenschrott draußen zu halten. Hoffentlich verwechselt TRUMPel nicht Mexiko mit New Mexico. (Na ja, seine Berater werden's ihm schon rechtzeitig sagen. Dann auch wieder nicht, denn der TRUMPel verwechselt schon mal EU-Länder mit Städten und umgekehrt.) Die Mexikaner werden die Mauer zahlen, verspricht der TRUMPel. Fuck you, sagte ein mex. Ex-Politiker. TRUMPel sollte sich Rat bei einigen Ex-Stasi Leuten re Mauerbau holen. 
Dann: Alle Araber und illegalen Mexikaner raus, keine Araber mehr rein - Ausnahmen die Saudis und die Emire, mit denen Geschäfte abgewickelt werden, war nicht Bin Laden ein Saudi? 
Ein 5-Jähriger in Handschellen, da geht dem TRUMPel einer ab! Der Junge könnte ja in seinem Verdauungstrakt eine Bombe versteckt haben. Ach, hätte der doch eine Stinkbombe losgelassen! denkt wohl der TRUMPel, das wäre nämlich ein Grund gewesen, ihn nach Guantanamo zu schicken...
Alle Araber und illegalen Mexikaner raus, würde da nicht bald die US-Wirtschaft stillstehen?

Warum liebt man German Autos? Weil sie die besten sind! Welcher Ami fährt nicht gerne einen "Beamer" (BMW), einen Posh (Porsche)?
Wer kauft sich schon in Germany einen Chevy, einen Cadillac? Höchstens einen Ford Mustang kauft man hier, sporadisch, und den auch nur, weil er geil aussieht, wahrscheinlich sehr gut sprintet, und weil er ursprünglich von Steve McQueen in Bullitt, in der wohl berühmtesten Verfolgungsjagd aller Zeiten, bekannt gemacht wurde... 

Oder ist der TRUMPel einem Comix entsprungen, die ungebildete Variante eines Lex Luthor darstellend? Who knows? Ferner liebt er es, selbstherrlich und selbstverliebt, seine Exec Orders mit seiner Unterschrift, die an die Aufzeichnung eines Seismografen während eines heftigen Erdbebens erinnert, im TV groß herzuzeigen, in seine "All"-Macht verliebt. Gotteswahn oder Unfehlbarkeitssyndrom nennt man das. Tritt auf, wenn man als Kind urplötzlich nicht mehr im Mittelpunkt stand, so Dr. Stephen Wolinsky.

Jetzt weiß ich wieder, an wen mich der TRUMPel erinnert, nämlich an einen berühmt-berüchtigten Man from Austria, der auszog, die Welt zu erobern, nein, nicht den Governator meine ich, sondern den anderen! Ja, genau den!
Und Austria? Nein, da gibts keine Kängurus, höchstens in Tierparks, nein, wir sinds, the Austrians, the last of the Habsburgs, once the biggest, now, after a heavy castration after WW1, only a small country in the middle of Europe, having the face of Goofy. 
Ja, wir haben große Leute hervorgebracht: Billy Wilder, Fred Zinnemann, Klimt, Hundertwasser etc.
Und leider auch jenen, der von Lubitsch in To Be or Not To Be und von Chaplin in The Great Dictator so köstlich verarscht wurde. Den AH. Ich hoffe, keiner hatte jetzt ein aha-Erlebnis, ich hoffe, jeder wusste gleich, dass der Mann mit einem Ei gemeint war. An ihn erinnert mich der TRUMPel. Besonders, wenn er lügt, pardon, alternative Fakten schafft, hervorgeholt aus dem alternative-universe of the trumpeteer...
The alternative universe of the trumpeteer. Liebe diese Formulierung. 

Worauf ich eigentlich hinaus wollte: 

Ist noch niemandem aufgefallen, dass der TRUMPel alle (und ich meine ALLE, wirklich ALLE) Anzeichen eines malignen Narzissmus aufzeigt, jener psychischen Störung, von Erich Fromm als das Böse schlechthin bezeichnet?

Mein Kaffee mit Latte ist wieder mal alle. 

Dienstag, 5. April 2016

Blog Pausing

Sollte jeder Blogger mal ausprobieren!
Anstatt täglich einen Haufen BS rauszumüllen, nachdenken, überdenken, Wichtigkeiten abschätzen.
Nach einem 3-monatigem "Sabbatical" blogge ich wieder. Diesmal, welche Themen ich bloggen wollte und dann sein ließ.
Also, da ist als wichtigstes Thema die "Flüchtlingskrise" in unserem Bewusstsein eingeprägt, tagtäglich, in allen Medien, rauf und runter. Es gäbe sie erst gar nicht, hätte nicht Mamma Markel "Ihr Kinderlein, kommet!" exklamiert.
Dann die Thematisierungen der Oberzahlengrenze, der festgefahrene Standpunkt der Frau Merkel, die Euphemismen, die Debatten, die vordergründig sichtbaren Spaltungen und Krisen in den div. politischen Fraktionen. Nur interessant, wenn man alles aus der Sicht eines weit im Hintergrund sitzenden Beobachters "vorbeifließen" lässt. Dann merkt man tatsächlich etwas Anderes als den politischen Lärm im Vordergrund: Man sieht Spieler und ihre Marionetten, man sieht Taktieren, Strategien und Dinge, die unerwartete Rückschlüsse zulassen. So betrachtet, sieht die Welt ganz anders aus. Selber ausprobieren!
Also, ich wollte auch schreiben über Sultan Erdogan, wie der Milliarden kassiert, die EU erpressbar macht, Kritik nicht zulässt, sogar die Redefreiheit in der EU reglementieren will... Aber da haben andere schon genug karikiert. Na ja, vielleicht bringe ich schnell etwas Wienerisches über diesen Sultan: Die ersten beiden Türkenströme wurden erfolgreich 1529 und 1683 bei Wien aufgehalten. Europa blieb weiterhin christlich, bis auf den Kaffee, von den hastig fliehenden Türken zurückgelassen. Jetzt plant Sultan Erdogan, Europa endgültig zu türkisieren: Wenn die EU nicht nach seiner Pfeife tanzt, ihm Milliarden spendet, etc. pp., öffnet er einfach die Schleusen und lässt einen Flüchtlingstsunami auf die EU los. Das wird er.

Das Problem mit dem schwarzen Loch Griechenland, in dem Milliarden verschwinden, ist längst vergessen. Kriegen die eigentlich weiterhin Milliarden? Keine Ahnung!

Woche für Woche folgt irgendein Tatort mit den diversen Ermittlern, einer langweiliger als der andere. Als ich in den Tatort mit dem Schweiger reinsah, hatte ich nach einer halben Stunde das Gefühl, dass mir jemand die Zeit stiehlt. 
Was gab's sonst noch? Ach ja, beim Herumzappen sah ich so um 18 Uhr auf ARD eine Rate-Show, die so blöd war, dass ich das Gefühl hatte, RTL-Verblödungsshows schwappen jetzt schon über auf die ARD. Na ja, passt zum Tatort, egal welchem! Wichtig ist, alle Menschen in Spieleshows und TV-Müll hineinzuziehen, damit sie über nichts mehr nachdenken müssen. 
Das Denken überlassen wir den Politikern, die wissen schon, was sie (nicht) tun.

Mein Kaffee mit Latte ist wieder alle, mein Stream of Consciousness ist abgerissen. Mir ist klar, dass dieser obige Bewußtseinsstrom absolut inhaltsleer war.
Ta ta, würde Hannibal Lekter jetzt abschließend sagen.
Als Wiener sage ich: Ba ba!
Der nächste Blog wird besser!
Denke ich.