Über dieses Thema habe ich schon öfters ausführlich auf diesem Blog geschrieben: Verblödungsshows und recyceltes US-Crime-TV müllen den Bildschirm zu - nach Tausenden CSIs, Crime and Orders und Ähnlichem ist es fast unmöglich, etwas Neues zu kreieren. Das gelingt auch wieder nur in den USA, etwa mit Serien wie The Mentalist, Dexter etc. In Deutschland beherrschen wohl ein paar auf Statistiken setzende TV-Programmgestalter und GEZ-Gebühren-Verschwender die TV-Landschaft. Deshalb gibt's immer den gleichen recycelten Schrott; gibt's immer die gleichen TV-Gesichter; gibt's immer das gleiche dramaturgische Not-Know-how, dass ich mich schon seit Jahren nur mehr mit US-TV-Serien, wie Breaking Bad, Boardwalk Empire, The Americans, Orphan Black, Homeland, Justified, Shameless, Sopranos, Six Feet Under, The Good Wife, House und ähnlich gutem Schitt unterhalte, natürlich alle auf hochauflösenden DVDs oder Blu rays. Stets auf der Suche nach neuen guten Serien stieß ich jetzt auf Xanadu, eine franz. TV-Serie, die eben auf Blu ray erschien. Als ich vorm Kauf die Kritiken darüber las, war ich erstaunt, dass diese Serie schon 2011 auf ARTE lief. Und als ich dann Georg Diez' Review auf Spiegel Online las (http://v.gd/YKlwib), staunte ich, wie progressiv Der Spiegel online sein kann, muss da wohl öfters noch reinschauen. Ich zitiere aus dem Artikel, mit meinen Ansichten (in rot) dazu:
"S.P.O.N. - Der Kritiker: Träumen von "Xanadu"
Von Georg Diez
Das deutsche Fernsehen, vor allem das öffentlich-rechtliche, ist eine Zumutung. Wie sehr die Sender ihr Publikum für dumm verkaufen und die gesellschaftliche Spaltung vorantreiben, zeigt sich, wenn man durch Zufall im Nachtprogramm auf eine grandiose TV-Serie aus Frankreich stößt.
Wie schlecht das deutsche Fernsehen ist, hatte ich schon wieder vergessen. ... Und wenn doch, dann ist alles wie immer: Die "Tagesschau" simuliert Nachrichten und macht dabei parteienhöriges Staatsfernsehen. Die Privaten sind wenigstens konsequent in ihrem Unsinn. Ansonsten spielt alle Rollen Christiane Hörbiger (Iris Berben, Senta Berger und Co).
Ich mache es wie alle, die ich kenne. Ich warte, bis die neuen Staffeln von Homeland, The Americans, Justified oder Boardwalk Empire zu kaufen sind. Ob es die GEZ wirklich gibt, weiß ich nicht, Ulrich Deppendorf habe ich immerhin neulich auf der Straße gesehen, ansonsten halte ich die Fernsehsender für eine Verschwörung mit dem Ziel, die erwachsenen Menschen in diesem Land zu entmündigen.
Was für ein Schock ist es dann, so etwas zu sehen wie "Xanadu", die beste europäische Serie, die ich kenne. (ZDF-Ko-Produktionen mit dem dänischen TV haben einigermaßen gute Serien hervorgebracht, wie z.B. Das Verbrechen.) Seit einer Woche läuft sie auf Arte, immer samstags um, klar: 23.30 Uhr. "Xanadu" erzählt die Geschichte einer zerfallenden Familie, und dass die Serie im Pornomilieu spielt, ist nicht schlüpfrig oder spekulativ, sondern schafft eine zeitgemäße Verruchtheit, die den Brüchen in den individuellen Biografien eine größere Bedeutung verleiht. "Xanadu" ist erwachsenes Fernsehen für erwachsene Menschen, was in diesem Fall heißt, dass sie sich belügen und betrügen - aber ausnahmsweise mal, ohne dass ein Kommissar immer hinter ihnen herschnüffelt.
Narrative Scheuklappen
Denn das ist ja eine der tragikomischen Seiten der deutschen TV-Trauergeschichte: Der Mythos, dass ausgerechnet der "Tatort" die "große Ausnahme" sei; und die Tatsache, dass komplizierte soziale Realität fast ausschließlich über Morde, Polizei und Verdacht erzählt wird. Das bedeutet eine schleichende Kriminalisierung der gesellschaftlichen Reflexion, was im Grunde nichts anderes ist als eine verbürgerlichte Form der "Bild"-Dramaturgie. Das bringt nebenbei auch narrative Scheuklappen mit sich und führt dazu, dass die besten Schauspieler vor allem Stricher, Pädophile oder Leichen spielen müssen und einem die Regisseure, die man so trifft, vorjammern, dass sie überhaupt nur noch Krimis angeboten bekommen, in den Hauptrollen die ewig gleichen vier, fünf Frauen, die dem numinosen Schönheitsideal der Fernsehredakteure entsprechen.
...
ZDFisierung der Verhältnisse
Es ist in dieser Serie (Xanadu) eine Sinnlichkeit am Werk, die jeder deutschen Fernsehproduktion abgeht, was nichts mit dem Porno zu tun hat, fast im Gegenteil, sondern damit, dass die Bilder mehr wissen als die Figuren oder auch die Zuschauer. Dieses Fernsehen ist auf eine Art und Weise intelligent, die ganz von heute ist und all das, was wir sonst zu sehen bekommen, in den Rang der versuchten Körperverletzung rückt. Denn dass das deutsche Fernsehen so schlecht ist, ist längst kein ästhetisches oder intellektuelles Problem mehr, sondern eine gesellschaftliche Katastrophe, die einen fast physisch leiden lässt. Die Kombination von Verachtung und Feigheit, mit der die deutschen Fernsehmacher ihr Publikum betrachten, hat dabei durchaus politische Konsequenzen. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen vertieft in seinem Fiktion-Bereich die gesellschaftliche Spaltung, die es in seinen Polit-Magazinen beklagt.
Es ist eine ZDFisierung der Verhältnisse, die das Land in Seher und Nichtseher teilt. Man könnte sich damit trösten, dass dieser Verdrängungsprozess ausnahmsweise die Bessergebildeten und Besserverdienenden betrifft. Aber "Xanadu" zeigt einem dann doch, was bei uns fehlt: Fernsehen ist im Grunde ein unglaublich fortschrittliches Medium."
Naja, damals gab's wohl noch nicht Dominik Graf's Im Angesicht des Verbrechens, das wohl Beste, was ich im deutschen TV sah. (Natürlich hab ich diese Serie jetzt auf DVD.) Ich sehe nicht TV, ich zappe nur manchmal herum, bleibe irgendwo kurz hängen, oder zieh mir den ORF1 rein, der viele gute US-Serien ausstrahlt. Manchmal auch was echt Neues, wie Vorstadtweiber, eine österreichische Serie über Frauen, die lernen, in einer Männerwelt über ihren Frauenschatten zu springen... Ich erwähne dies auch nur, weil das österreichische TV mit noch übleren Crime Series zugemüllt wird, wie SOKO Donau, SOKO Kitzbühel etc. - recycelte deutsche Tatorte, in die ich manchmal nur reinschaue, um zu lachen. Auch hier wird "komplizierte soziale Realität fast ausschließlich über Morde, Polizei und Verdacht erzählt", bloß viel seichter. Österreichisch eben.
Samstag, 11. April 2015
Sonntag, 5. April 2015
Ich nutze 20 Prozent meines geistigen Potentials, seit ich den Scientology-Konzern verließ
Weil
in den USA auf HBO eine scientology-kritische Doku viel Wirbel
erzeugt, in Deutschland dies aber unbeachtet bleibt, möchte ich auch
kurz meinen Senf dazu beitragen.
Auch
ich war mal in Scientology. Meine Karriere in diesem
Wirtschaftskonzern, der unter dem Deckmantel "Religion"
nicht funktionierende "Lebenshilfen" teuer verkauft und
hörige Sklaven heranzüchtet, ist schnell beschrieben: Einstieg,
Aufstieg, Abstieg, Ausstieg. Dreizehn Jahre drin, dann folgte ein
beschwerlicher Ausstieg... Ausführlicher, also wie ich mit Lügen
reingezogen, umgedreht, permanent behavioral modifiziert wurde etc.
finden Sie auf einer meiner Websites.
Eines
vorweg, damit man den folgenden Text versteht: Als Angestellter einer
Scientology-Org gab's (und gibt's) nie Geld, selbst nicht für 80-
bis 100-Stunden-Wochen...
Im Folgenden ein Auszug aus meinem
Buch
Scientology schafft uns ab,
Kapitel
Das zweite Mal in
Kopenhagen. Ein verpfuschter Happiness Rundown. Drei Mädchen in
einem Aufzug. Ich nutze schon 11 Prozent meines geistigen Potentials:
...
Da es nie Kohle gab, meldete ich mich beim "Director of
Communications", einer überarbeitet aussehenden Frau, um
Einstein-Flyers auszutragen.1
Ich bewunderte sie: Sie bekam nie Auditing, sie war Tag und Nacht in
der Org, wie schaffte sie das nur? Ich sah sie allerdings auch nie
lachen oder in glücklichem Zustand.2 Für 1000 ausgetragene Flyer gab's, glaube ich, 10 Mark. Ich nahm
gleich 2000 Stück mit. Schon mal 2000 Stück ausgetragen? Und das in
den freien Stunden? Ich schon! Zumindest eine Stunde lang, dann
dachte ich, "die spinnen ja, da brauch ich doch endlos lange",
also steckte ich in jeden Briefkasten gleich fünf Flugblätter oder
mehr hinein, aber selbst das dauerte immer noch endlos. Also warf ich
die restlichen Flugblätter in eine Mülltonne. Ich hatte auch eine
brauchbare Rechtfertigung parat: "Da die Flyers sowieso
weggeworfen werden, kann das genauso gut ich erledigen." Doch
danach bekam ich enorme Schuldgefühle. Ich fühlte mich wie ein
Verräter. Nur einfallsreiche Rechtfertigungen, wie "Wenn ich
mal mehr Geld habe, werde ich das alles wieder gut machen"
konnten mich einigermaßen beruhigen. Das nächste Mal trug ich die
Flugblätter gewissenhaft aus. Das hielt ich etwa eine Stunde lang
durch, dann steckte ich wieder fünf oder mehr Flyers in jeden
Briefkasten. Doch den großen Rest schaffte ich nicht mehr. Ich nahm
mir vor, ihn ein andermal zu verteilen, trug ihn nach Hause und
machte mir ein paar schöne Stunden. Meine hochkommenden
Schuldgefühle verdrängte ich mit der Rechtfertigung: "Das
nächste Mal trage ich doppelt so viele Flyers doppelt so schnell
aus." Damit konnte ich leben. Vorläufig. Doch auch das nächste
Mal schaffte ich es nicht. Und auch die Male danach nicht. Nach
einiger Zeit hatten sich so viele Flyer auf dem Speicher des Hauses
einer Bekannten (auf dem ich für 100 DM pro Monat schlafen durfte)
angehäuft, dass ich für das Verteilen wahrscheinlich viele Wochen
gebraucht hätte. Frustriert bis apathisch trug ich danach überhaupt
keine Flyers mehr aus, sondern sammelte sie auf dem Speicher, während
ich fleißig jede Woche die 20 Märker kassierte. Da aber damals die
Dianetik-Bücher fast jeden Monat teurer wurden, hatte ich bald Berge
von Flugblättern, die veraltet waren. Jetzt hatte ich die
Rechtfertigung, sie nicht mehr austragen zu dürfen. Welch halb
befreites Aufatmen! Auf dem Dachboden, neben meinem Bett war viel
Platz, dort türmten sich die Tausenderstapel der veralteten
Dianetik-Handzettel. (Und als ich nach einem halben Jahr oder so auch
von dort ausziehen musste, weil ich viele Mieten im Rückstand war,
hinterließ ich riesige Stapel von Dianetik-Promo, die inzwischen wie
die Skyline von Manhattan aussahen, bedruckt mit dem ins Auge
springenden Slogan: "Wir verwenden nur 10 Prozent unseres
geistigen Potentials." Wie wahr! Ich war das beste Beispiel
dafür! Aus heutiger Sicht würde allerdings sagen, dass ich damals
mindestens schon 11 Prozent verwendet hatte, indem ich die
Flugblätter nicht austrug, aber das Geld kassierte.)
...
Seit ich Scientology völlig aufgearbeitet, also Scientology voll und ganz exorziert habe, also ein "Scientology-Clear®" bin , kann ich behaupten, dass ich jetzt schon 20 Prozent meines geistigen Potentials verwende. Kleiner Joke als Abschluss.
1 Diese Aktion wurde eingeführt, um die Buchverkaufsstatistiken nach
oben zu treiben. Nach ein paar Monaten wurde sie wieder abgeschafft.
Der "Einstein-Flyer" wirbt für das Buch Dianetik:
Die moderne Wissenschaft der geistigen Gesundheit.
Er heißt Einstein-Flyer, weil er angeblich Albert Einstein zitiert:
"Wir nutzen nur 10 Prozent unseres geistigen Potentials."
Mit Dianetik- und Scientology-Techniken könne man die restlichen 90
Prozent erlangen. Doch weder hat Einstein dies gesagt, noch stimmt
diese These. Siehe Wikipedia, Zehn-Prozent-Mythos.
2 Ein Jahr später wurde sie zu einer Unterdrückerischen Person (SP, Schwerverbrecher) erklärt und ausgeschlossen. Auf dem Schwarzen Brett konnte man über ihre vielen "Verbrechen" lesen.
2 Ein Jahr später wurde sie zu einer Unterdrückerischen Person (SP, Schwerverbrecher) erklärt und ausgeschlossen. Auf dem Schwarzen Brett konnte man über ihre vielen "Verbrechen" lesen.
Dienstag, 17. Februar 2015
TTIP oder Warum wir das Denken den Wirtschaftsbossen und Politikern überlassen sollten
Weil TTIP ein wichtiges Thema ist, nachfolgend ein leicht verändertes Posting vom Dezember.
Ich bin dafür, dass TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership, Transatlantisches Handels- und Investitionsabkommen) sich durchsetzt. Dies garantiert Privatisierung von Wasser, Strom, Abfallentsorgung, Krankenhäusern etc. Der Einflussbereich der Kommunen kann endlich lahmgelegt werden, was viel Spielraum schafft für unweltschädigende Unternehmungen, wie z.B. Fracking. Der Bürger braucht sowieso keine gesunde grüne Umwelt. Der arbeitet tagsüber, und abends sieht er sich Verblödungssendungen an, um sich zu entspannen.
Ich bin dafür, dass TTIP (Transatlantic Trade and Investment Partnership, Transatlantisches Handels- und Investitionsabkommen) sich durchsetzt. Dies garantiert Privatisierung von Wasser, Strom, Abfallentsorgung, Krankenhäusern etc. Der Einflussbereich der Kommunen kann endlich lahmgelegt werden, was viel Spielraum schafft für unweltschädigende Unternehmungen, wie z.B. Fracking. Der Bürger braucht sowieso keine gesunde grüne Umwelt. Der arbeitet tagsüber, und abends sieht er sich Verblödungssendungen an, um sich zu entspannen.
Die Politiker und Reichen, die brauchen sie schon,
die grüne und gesunde Umwelt. Sie dürfen nicht in Gegenden wohnen,
in denen Fracking betrieben wird. Wer denkt dann für uns, wenn sie krank werden, Krebs kriegen,
oder ihre Prunk-Villen einstürzen! Das mit TTIP wäre also geklärt.
Nein, noch nicht ganz: Setzt sich TTIP durch, könnten endlich wieder Sozialleistungen
und Mindestlöhne gekürzt, also Geld gespart werden. Kleine und mittelständische Betriebe
würden von transnationalen Wirtschaftsriesen verdrängt werden. Das schafft Übersicht und spart Geld.
Dass durch TTIP mit dem
Wachstumshormon Ractopamin belastetes Fleisch auf unsere Teller kommt, sollte uns nicht stören. Das Wachstumshormon garantiert, dass der Mensch wächst.
Oder etwas in ihm, wie z.B. Krebs. Denn Krebs kann
sowieso bald behandelt werden. Recht so.
Und wenn mit TTIP Hähnchenfleisch, mit Chlor keimfrei gemacht, auf unseren Tellern landet, sollten wir uns auch keine Gedanken machen. Zwar kann sich Chlor im Körper ablagern, aber das ist weiter nicht schlimm, denn es macht uns keimfrei, von innen her. Möglicherweise wirkt es auch als Nervengift. Unsere Nerven liegen sowieso blank, durch den allgegenwärtigen Terror, der uns unterschwellig in Angst versetzt. Der Angstlevel lässt uns abnormal denken und handeln. Chlor hilft uns also. Recht so.
Und wenn mit TTIP Hähnchenfleisch, mit Chlor keimfrei gemacht, auf unseren Tellern landet, sollten wir uns auch keine Gedanken machen. Zwar kann sich Chlor im Körper ablagern, aber das ist weiter nicht schlimm, denn es macht uns keimfrei, von innen her. Möglicherweise wirkt es auch als Nervengift. Unsere Nerven liegen sowieso blank, durch den allgegenwärtigen Terror, der uns unterschwellig in Angst versetzt. Der Angstlevel lässt uns abnormal denken und handeln. Chlor hilft uns also. Recht so.
Das mit TTIP wäre also geklärt. Merke gerade, hab was Wichtiges vergessen, was ganz Wichtiges, hätte eigentlich damit beginnen sollen: Schiedsgerichte können
unter Aufsicht des zur Weltbank gehörenden International Centre for
Settlement of Investment Disputes (ICSID) einem transnationalen
Wirtschaftsriesen, der einen Staat z.B. wegen eines Fracking-Verbots
verklagt, Recht geben, und zwar letztinstanzlich, also ohne
Berufungsmöglichkeit. Für etwaige Entschädigungszahlungen in
Milliardenhöhe an den Wirtschaftsriesen muss letztlich der
Steuerzahler aufkommen. Recht so.
Ich bin auch dafür, dass die Wirtschaftsriesen überhaupt keine Steuern mehr zahlen. Die Statistik beweist es: die eingehobenen Steuern der arbeitenden Bevölkerung sind um ein Vielfaches höher als die Steuern der Wirtschaftsriesen. Warum sie also besteuern?
Das ist echtes positives Denken!
Ich bin auch dafür, dass die Wirtschaftsriesen überhaupt keine Steuern mehr zahlen. Die Statistik beweist es: die eingehobenen Steuern der arbeitenden Bevölkerung sind um ein Vielfaches höher als die Steuern der Wirtschaftsriesen. Warum sie also besteuern?
Das ist echtes positives Denken!
Das mit TTIP wäre also geklärt!
Und mein Kaffee mit Latte ist alle.
Muss schnell noch was loswerden: Wie Sie merken konnten, schätze ich unsere lieben Politiker sehr: Ich schätze ihre mit leeren Inhalten vollgestopften
Füllsätze, schätze ihre Umdefinierungen der Worte1, schätze ihre geladene
Sprache - kurz, ich liebe ihre verbale Hypnotik, die mit ihren gut
vorgetragenen und schön klingenden leeren Reden einhergeht. Und wenn mal
ein Politiker kein Rhetoriker ist, liebe ich seine/ihre Pausen, mit dem
inzwischen bekannten bedeutungsschwangeren Blick
nach oben, meist nach rechts, vom ihm/ihr aus gesehen - ist keine
politische Anspielung, rechts ist die kreative Ecke des Denkens. Machmal auch die des Lügens. Recht so.
___
1 So
machte Minister Dobrint (CSU) aus Ausländern 'Gebietsfremde', um
sein Programm der Maut für Ausländer besser verkaufen zu
können.
Samstag, 14. Februar 2015
WeiterBILDung
Beim
Katzenklosäubern sprang mich die BILD Schlagzeile an:
"EX-SCHALKE-STAR JETZT SALAFIST, darunter: Das hilft wirklich
bei Rückenschmerzen!" Dann war schon geklumpte Katzenstreu
drauf, sodass ich nicht weiterlesen konnte. (Vielleicht ist das
tägliche 5 mal auf die Knie gehen und sich auf den Boden werfen das
Allheilmittel bei Rückenschmerzen, dachte ich. Wenn dem so wäre,
dann hätten alle Edelnutten, die vor Charlie Sheen in die Knie
gingen, keine Rückenprobleme. Muss da mal nachhaken.)
Dann
las ich, dass Deutschlands Reichste viel reicher wären als bisher
angenommen. Die neuen Zahlen: 1 % der deutschen Bevölkerung besäßen
rund ein Drittel des deutschen Gesamtvermögens. Nur ein Drittel! Da müssen sie sich noch anstrengen, denn weltweit würden
etwa 1 % der reichsten Multimilliardäre mehr als die Hälfte
des weltweiten Wohlstands besitzen. Wie das Satire-Mag
The New Yorker vor ein paar Wochen vermeldete, hätten sie sich in Davos
getroffen, um zu besprechen, wie sie auch an den Rest des weltweiten
Vermögens gelangen könnten. Gerüchten zufolge gehöre TTIP zu
einer der Taktiken. Wichtig wäre, alle Weltkonzerne steuerlich zu
befreien, und Arbeit noch härter zu besteuern. Dem kann ich nur
zustimmen!
Dann
las ich, dass auch Schwarzenegger neben all den Politikern und
Wirtschaftsbossen auf der Siko in München erschien.
Vermutlich will man sein Know-how als Terminator für zukünftige
Vorgehensweisen gegen Terror anzapfen.
Dann
die Schlagzeile: "Klum-Model war mal ein Mann!" So was! Und
Heidi wusste von nichts! Da kann man nur sagen: Klum gelaufen.
So,
mein Kaffee mit Latte ist getrunken. Geh mir jetzt mal einen ablachen, dann werde
ich an meinem Quantenf**k-Roman The Orion
Machination Or How the Gods Learned to Laugh Without Being Drunk
weiterschreiben.
Freitag, 16. Januar 2015
Deutschland ist Islam
Der Islam ist ein Teil Deutschlands, sagte die Bundeskanzlerin.
Ich finde, sie hat Recht.
Ich finde, sie hat Recht.
Sie ist also für die Scharia, für die Aufhebung der Grenze zwischen
Politik und Religion. Ich auch.
Dann bin ich für die Abschaffung der Gleichheit von Mann und Frau, denn die
Frau ist ein Sexualobjekt, das der Befriedigung des männlichen
Sexualtriebes dienen muss.
Ich
bin für die Beschneidung der Frau, schließlich ist es unnatürlich,
dass die Frau auch Lust beim Sex empfindet.
Ich
bin für die öffentlichen Auspeitschungen, am besten Tausend Stück, aufgeteilt in Fünfziger-Happen; alle vier Wochen am Delinquenten ausgeübt, schürt dies die Freude auf das nächste Peitschungsereignis, erzeugt deshalb Spannung, und ist immer wieder eine
Abwechslung zu den langweiligen deutschen Soaps.
Ich
bin für das Abhacken von Gliedmaßen bei Dieben, aber bitte, unter
Narkose, schließlich leben wir in aufgeklärten, humanen Zeiten.
Ich
bin für die morgendlichen Enthauptungen, endlich kann manch ein
Politiker zusehen, wie Köpfe rollen und dies nicht nur im
übertragenen Sinn.
Ich
bin für die Einführung islamischer Gesänge und Gebete zu
Weihnachten und zu Ostern.
Ich bin für die Zensur, bin gegen jede Form von Karikatur. Deshalb bin ich auch gegen kritische Zitate, wie etwa jenes von Christian Morgenstern: "Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übel nimmt."
Ich bin für die Zensur, bin gegen jede Form von Karikatur. Deshalb bin ich auch gegen kritische Zitate, wie etwa jenes von Christian Morgenstern: "Den Charakter eines Menschen erkennt man an den Scherzen, die er übel nimmt."
Denn
der Islam ist ein Teil Deutschlands.
Deutschland ist Islam.
Deutschland ist Islam.
Dass
es in Saudiarabien und den Emiraten meines Wissens nach keine
christlichen oder jüdischen Kirchen gibt, ist mir egal.
Dass
in Saudiarabien Einwohner, die sich vom Islam abwenden, mit dem Tode
bestraft werden, ist mir egal.
Dass
in Mekka Nicht-Muslime die "heiligen" Bezirke rund um die
Kaaba nicht betreten dürfen, ist mir egal.
Dass
in Mekka zur Haddsch keine christlichen Gebete gesungen werden
dürfen, ist mir egal. Und falls doch, dass solche singende Personen
sofort gelyncht werden würden, ist mir egal.
Dass die Wurzeln Deutschlands von christlich-jüdischer Tradition geprägt sind, ist mir egal.
Denn Deutschland
ist Islam.
Dass Deutschland Islam ist, hat sich inzwischen auch in der Tierwelt herumgesprochen. Der Focus Ticker meldet: "Entlaufen! Kamele und Dromedare behindern Schweinfurter Verkehr."
Im Klartext: Kamele demonstrieren gegen Schweine an der wichtigsten Furt des Mains.
Dass Deutschland Islam ist, hat sich inzwischen auch in der Tierwelt herumgesprochen. Der Focus Ticker meldet: "Entlaufen! Kamele und Dromedare behindern Schweinfurter Verkehr."
Im Klartext: Kamele demonstrieren gegen Schweine an der wichtigsten Furt des Mains.
So,
mein Kaffee mit Latte ist alle. Mein Kaffee ist Arabica, mein
Kipferl, ein Halbmond, ist türkischen Ursprungs, also auch Islam.
Mir
fällt erst jetzt auf, auch ich bin Islam. Na also. Muss jetzt raus, ich hülle mich in eine Burka, damit mein Gesicht nicht von den vielen Kameras erfasst und von der Gesichtserkennungssoftware ausgewertet und gespeichert werden kann, und begebe mich unter die Ungläubigen.
Mittwoch, 14. Januar 2015
Je NE SUIS PAS Charlie, je suis POUR Charlie
Ich
möchte gleich vorweg von meiner Redefreiheit Gebrauch machen und
mich von der europäisch inszenierten und politisch vorgeschriebenen
Massenhysterie JE SUIS CHARLIE distanzieren.
Gewiss, es ist
grausam, wie diese religiös motivierten Killer vorgingen. Gewiss, es
ist unvorstellbar, was die Hinterbliebenen an Leid durchmachen
müssen. Aber sehen wir uns doch um: In anderen Ländern ist das Morden
gang und gäbe. Regt sich da jemand auf? Nein, wir haben uns daran
gewöhnt, akzeptieren stillschweigend, dass Menschen abgeschlachtet
werden, dass kleine Mädchen in überfüllten und inzwischen von
mafiös kontrollierten Flüchtlingslagern als Sexsklavinnen verkauft
werden. Wir berichten darüber vor Ort, von Experten befragte Opfer
teilen uns ihr Leid mit, wir werden aufgefordert, ihnen durch Spenden
zu helfen. Anstatt dass z.B. RTL, zum reichsten multimedialen Konzern
der Welt gehörend, selbst massiv mit Geldern dazu beiträgt, dass
die Missstände hier ein Ende haben. Egal nun, ob Syrien oder andere
Krisengebiete, die zu den größten Völkerwanderungen seit
Jahrtausenden beitragen, es bleiben bloß Schicksale, die die Politiker
nur peripher berühren und ihnen höchstens Anlass geben, die Bürger
aufzufordern, Flüchtlinge bei sich aufzunehmen. Die Reichen wohnen
weiterhin in ihren Palästen, das Elend aus der Distanz ihres
elitären Bewusstseins betrachtend. Wichtig ist eigentlich nur, dass
die Wirtschaft floriert, dass der eigene Reichtum wächst...
Doch kaum, dass mitten
unter uns ein paar Terroristen Leute töten, wird ein Aufschrei laut
und medial derart verstärkt, dass wir alle auf der ganzen Welt
emotional so tief berührt werden, dass wir eine Ich-Verfälschung
akzeptieren und an uns aktiv durchführen...
Deshalb:
Ich bin FÜR Charlie, aber ich bin NICHT Charlie, ich bin für
Redefreiheit, ich bin für Toleranz, ich bin für ein Miteinander und
gegen ein abgrenzendes Nebeneinander.
Apropos
Karikatur: Der Sprecher der Terrororganisation, ein hämisch in sich
hinein grinsendes hässliches Männlein, ist Karikatur genug.
Zumindest für mich: Ich musste unwillkürlich lachen, weil er wie
eine der Charlie-Hebdo Mohammed-Karikaturen aussah... (Hoffentlich bin ich jetzt nicht das Ziel irgendwelcher islamistischer Killer, ganz ohne Polizeischutz...)
Toll,
dass so nebenbei jetzt alle vereint und gestärkt sind. Gegen den
Terror. und für eine reglementierte Redefreiheit. (Wehe, wenn einer aus der Reihe tanzt und
Kritik an den kitschig wirkenden BILDern der in Szene gesetzten
Verbrüderung der europäischen Herrscher, pardon, Politiker, übt;
ein solcher wird gleich in einem Atemzug mit den stumpfsinnigen
Pegida-Anhängern erwähnt...)
Endlich
werden auch wir akzeptieren, dass der Terroranschlag in Paris unser
europäisches 9/11 ist, dass auch wir ALLE Daten der Bürger
speichern müssen; dass diese gespeicherten Daten versagen,
Terrornetzwerke zu erkennen, wie der Terroranschlag in Paris beweist, sollten wir vorerst mal ignorieren - die Software muss erst noch verbessert werden; dass die gespeicherten Daten nur dem Zweck dienen, alle Bürger
gläsern zu machen, sollten wir als das erkennen, was es ist: eine nicht bewiesene Verschwörungstheorie.
Deshalb
bin ich für die Vorratsmassendatenspeicherung. Schließlich haben
wir ja nichts zu verbergen.
Endlich
werden auch wir akzeptieren, dass die Verfassung geändert werden
muss, und zwar dahingehend, die Rechte der Bürger zu beschneiden und
die Staatsgewalt zu mehren und zu stärken. Ähnlich wie in den
USA.
Denn wir
haben ja nichts zu befürchten. Der Staat schützt uns nur vor diesen
Terroristen.
So, mein
Kaffee mit Latte ist alle.
Sonntag, 11. Januar 2015
The Orion Machination, Chapter II
II.
Normally, when I get these letters
about conspiracy theories, I try to read into it, and if there is an
interesting style, I read a bit, I either laugh or get bored, then I
throw them into the waste paper bin. But not this time. Not because
of pages full of descriptions of flying objects making whirring
sound, or because of the location where these observations have been
made, a military zone in Waldviertel, north west of Vienna, already
off limits in Hitler's times, a place surrounded by a primeval forest
- the only one in Austria -, where no civilian has ever been, not
only because of its thick unpenetrable underwood with no trodden
paths, but also for being a restricted area, no, the handwritten
pages fascinated me, the rhythm intrigued me, the contents seemed to
transport a kind of truth.
Let me introduce myself. For the
time being it must suffice that I am a freelance writer, my credo is:
always tell the truth, as I have seen, heard or experienced certain
events. And possible deductions are characterized as such. I have
published my articles in numerous journals, both Austria and Germany.
I haven't got any prizes yet, truth is, I couldn't care less, because
prizes are just frozen, solidified symbols, created by persons, who
themselves have a nimbus of being somebody which again is frozen
significance which nobody challenges. So, all the universities,
"renowned" or not, and their doctoral degrees, all the
prizes, like Pulitzer, Nobel, Oscar and the like are just worthless
symbols of frozen images in time and space. Having said that, I like
to start at a beginning. There is no beginning, there is only a point
in time, which is marked with a location as a beginning. And waking
up in my bed is a good one. I have had a bad dream, again, about
having died, I woke up, belatedly, again, I had a quarrel with my
girlfriend, again, we had make-up sex, again, admittedly a wonderful
experience for both of us, we do a lot of quarrelling, followed by
make-up sex, I'm always reminded of some apes who have sex instead of
a quarrel, well we quarrel, then have sex. This time we quarrelled
about my financial situation, which right now is catastrophic, since
I haven't sold any story for quite some time, I live from her money,
which is getting scarce, I desperately need a story, any story, she
suggests, which I don't want to - hence the altercation.
Feeling good after the sexual
melting of our bodies, I hurry to my car which doesn't start, again,
so I call a taxi and drive to the café where I am to meet the
stranger if he's still there, waiting for me.
Well, he was there, I detected him
immediately among the other customers, a striking presence of a real
individual among a crowd. I know, this all sounds pretty much like
the beginning of A Connecticut Yankee and when I continue my
story, it will even be more so damn Twain-like, but I can't change
that. And again I must stress that I write what I see, what I hear,
what I experience, and any deductions will be denoted as such.
The man was in his
fifties, short haircut, bristling two weeks beard, a trained body -
since I myself do a lot of yoga and gym of all sorts, I have a good
eye for such bodily appearances. He obviously didn't bother my being
late, indeed very late, he didn't even mention it, he smiled at me
and said, that my articles had intrigued him and that I would be the
right person to tell his story. And after I ordered coffee for both
of us he began describing certain events of his past days. I was
immediately drawn into his story, because of his mesmerizing rhythmic
language which seemed a bit odd for modern times. He told me of a
another kind of Sumerian Tablets, the contents of which differ a lot
from those we know, which are according to his words only accessible
to very secret societies... What he told me was so mind-blowing that
all my questions about reality, about man and his origin, about the
creation of everything didn't matter any more. Why so? Because they
have been answered.
...
...
Continuation of the story some other time. Right now I'm in the mood for a little diversion...
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